Drei Fragen an Sergej Cheremin

Minister der Moskauer Stadtregierung , Leiter der Abteilung für internationale Beziehungen

Sergey Cheremin sprach während der "Moskauer Tage in Berlin" über die wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung der Partnershaft zwischen der deutschen und russischen Hauptstadt.


1.   Sehr geehrter Herr Cheremin, Moskau und Berlin sind Partnerstädte. Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit zwischen ihnen?

Sergey Cheremin:  Berlin ist einer unserer ältesten Partner. 1991 wurde ein Kooperationsabkommen unterzeichnet. In den letzten Jahren haben wir unsere Beziehungen stark intensiviert, auch weil der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael  Müller, im vergangenen Jahr zu einem offiziellen Besuch nach Moskau kam. Im Rahmen dieses Besuches  wurde ein neues Kooperationsprotokoll unterzeichnet, das die Hauptbereiche unserer Zusammenarbeit definiert. Dazu gehören selbstverständlich  Stadtentwicklung, Städteplanung, Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Kultur, Gesundheitswesen und Soziales, Barrierefreiheit für Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten, Neue Technologien, sowie der Austausch zu den Themen  Schaffung von Technoparks, Gründerzentren für Startups. Ein wichtiger Bereich ist außerdem die Berufsbildung, die zu den aktuellsten Problemfeldern auch in der Moskauer Wirtschaftslandschaft gehört.  Wir arbeiten sehr intensiv zusammen und tauschen Experten und Delegationen aus. Das große Interesse der Berliner  an den „Moskauer Tagen“  zeigt die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung der Beziehungen  sowohl in der Wirtschaft als auch in der Kultur, im Sport und in anderen Bereichen.
 

2.   In Berlin finden gerade die „Moskauer Tage“ statt. Wie bewerten Sie die Bedeutung dieser Veranstaltung in Berlin?

Sergey Cheremin:    Ich denke, das Hauptziel dieser Veranstaltung in Berlin ist vor allem, mit deutschen Investoren und Unternehmen in Kontakt zu kommen. Deutschland ist führend in Bezug auf ausländische Direktinvestitionen in die Moskauer Wirtschaft. Wir haben Hauptsitze und Produktionsstätten von Hunderten der größten deutschen Unternehmen, kleinen und mittleren Firmen. Mit solchen Veranstaltungen wie  „Moskauer Tage“  in Berlin versuchen wir ein günstiges Geschäftsklima zu vermitteln. Darüber hinaus werden neue Projekte, die von der Moskauer Regierung initiiert sind, präsentiert, um die potenziellen deutschen Investoren dafür zu gewinnen. Die Anzahl solcher Projekte ist riesig. Ich könnte sie nicht einmal alle aufzählen.  Das sind Projekte in Bereich Maschinenbau, Robotik, Pharmaindustrie und medizinische Geräte, sowie Informationstechnologien. Dies ist auch die Beteiligung deutscher Unternehmen an Ausschreibungsverfahren der Moskauer Regierung.


3.   Wo sehen Sie Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit zwischen Moskau und Berlin?

Sergey Cheremin:   Ich sehe hier absolut keine Hindernisse.

"…und was ist mit den Sanktionen?"

Sergey Cheremin:   Unser Außenhandelsvolumen mit Deutschland wächst von Jahr zu Jahr. Im ersten Jahr der Verhängung von Sanktionen war ein ziemlich dramatischer Rückgang zu verzeichnen, aber seit 2016 haben wir wieder einen positiven Trend.


Sehr geehrter Herr Cheremin, wir bedanken uns herzlich für das interessante Gespräch.


Das Interview führte Weronika Wischnjakowa