Leuchtturm des Respekts und Vertrauens

Es war ein großer Tag für Andrej Zarjow, dem Direktor des Heilpädagogischen Zentrums Pskow und seiner langjährigen Stellvertreterin, Swetana Andrejewa, als sie vor kurzem in Pskow aus der Hand des Generalkonsuls St. Petersburg, Herrn Stefano Weinberger, das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland überreicht bekamen.

Das Bundesverdienstkreuz war ihnen bereits im März 2020 durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen worden, konnte pandemiebedingt jedoch jetzt erst ausgehändigt werden.

Über die Würdigung und  große Wertschätzung  der Verdienste von Swetlana Andrejewa und Andrej Zarjow durch  Generalkonsul Stefano Weinberger wird im Beitrag des Generalkonsulats in den sozialen Medien berichtet:

Das heilpädagogische Zentrum Pskow ist ein wahres Leuchtturmprojekt und vor allem auch ein Leuchtturm, der verlässlich bei Wind und Wetter Orientierung und Unterstützung gibt", sagte Generalkonsul Stefano Weinberger anlässlich der Verleihung der Bundesverdienstkreuze am Bande an Andrej Zarjow, Direktor des heilpädagogischen Zentrums, und seine Stellvertreterin Swetlana Andrejewa am 23.03.2021. Mit dieser hochrangigen Auszeichnung wird das Dekaden überspannende Engagement geehrt, das zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen vieler Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten, aber auch zu einem Paradigmenwechsel im Umgang mit diesen Menschen geführt hat. Durch Ihr zivilgesellschaftliches Engagement tragen Andrej Zarjow und Swetlana Andrejewa zur Verbesserung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern bei.

Das heilpädagogische Zentrum und die "Initiative Pskow" sind eng verbunden mit der Evangelischen Kirche im Rheinland. Seit Beginn der 1990 Jahre ist Oberkirchenrat i.R. Klaus Eberl führend bei der Förderung und Fortentwicklung der Initiative. Das heilpädagogische Zentrum hat gerade in seinen Anfangsjahren erhebliche Unterstützung durch die Rurtal-Schule Heinsberg unter seiner damaligen Leitung von Bernd Schleberger erfahren und erfährt sie auch immer noch.

Die hohe Auszeichnung für die beiden sympathischen und beliebten Botschafter für Versöhnung und Völkerverständigung  wurde auch für die zahlreichen Freundinnen und Freunde, Partnerinnen und Partner und Weggefährtinnen und Weggefährten aus Pskow, dem Kreis Heinsberg und vielen Regionen in Russland und Deutschland ein besonderes , mit großem Beifall bedachtes Ereignis. „ Sie haben es wirklich verdient“ war einhellig die Reaktion aus vielen deutschen Regionen.

Fast unglaublich mutet jedoch ein Dialog auf der russischen Seite zur Ordensverleihung an:

Ihr verdient es. Die Deutschen sind großartig!“ „Nein, wir haben es zusammen verdient! Aber die Deutschen sind trotzdem großartig!“  

Eine berührende Reverenz an den deutschen Staat und an unsere Gesellschaft wegen der Ehrung und   Wertschätzung russischer Bürger in politisch sehr belasteten Zeiten!

Ihre Empfindungen und ihre Gefühle zur Verleihung des Bundesverdienskreuzes haben Swetlana Andrejewa und Andrej Zarjow so übermittelt:

Das ist eine sehr hohe Auszeichnung. Unsere erste Reaktion war: warum? Was haben wir denn Besonderes gemacht? All diese 30 Jahre gemeinsamer Arbeit waren eine Freude, mit einer großen Anzahl wundervoller Menschen gemeinsam in einer Atmosphäre des gegenseitigen Respektes und Vertrauens, von Aufrichtigkeit und des Wunsches, den Menschen zu helfen, die in unserem Land besondere Hilfe brauchen, zu kommunizieren und zu arbeiten. Um unserer Kinder Willen schwangen wir uns manchmal zu Dingen auf, die auf den ersten Blick unlösbar, ja verrückt, schienen. Aber all unsere bis dahin unvorstellbaren Visionen sind wahr geworden. Die Erfahrung und der Optimismus unserer deutschen Kollegen haben uns von Anfang an angesteckt und unterstützt. "Habt keine Angst, lasst es uns versuchen", sagten sie.

Die Idee von Versöhnung, Frieden und gegenseitiges Verständnis zwischen den Völkern haben wir gemeinsam verwirklicht vor dem Hintergrund wirklich notwendiger und guter Taten - der Schaffung von Bedingungen für ein menschenwürdiges Leben für Menschen mit Behinderungen.

Eine so menschliche und humane Gemeinschaft, eine so starke Grundlage des gegenseitigen Respekts ist schwer zu zerbrechen. Keine Politik kann stärker sein!



© Text: Bernd Schleberger
© Fotos: Generalkonsulat St. Petersburg