Projekt des Teams Nischnij Nowgorod- Essen

Das Team Nischni Nowgorod-Essen entwickelte während des 3. Jugendforums 2019 in Düren ein Inklusionsprojekt. Schon seit Jahrzehnten gibt es einen Austausch zwischen den Partnerstädten in diesem Bereich: Jedes Jahr reisen junge Freiwillige beider Länder in die jeweils andere Stadt, um ein FSJ zu absolvieren. Sie arbeiten hierbei in Schulen für Kinder mit Behinderungen, in sozialen Projekten oder treffen sich mit isoliert lebenden Invaliden, um Ausflüge mit ihnen zu unternehmen.

Genau hierbei soll es auch bei dem nun erarbeiteten Projekt „Nischni für alle“ (Нижнийдлявсех) gehen. In der russischen Millionenstadt Nischni Nowgorod haben Menschen mit Behinderungen ein erschwertes Leben, denn öffentliche Gebäude und Anlagen sind oft nicht oder nur schwer erreichbar und ihr Ansehen in der Gesellschaft ist sehr niedrig. Deshalb führen viele Invaliden ein völlig isoliertes Leben, oft sogar von der Familie abgeschottet. Genauso geht es rund 12 Millionen Menschen mit Behinderungen in ganz Russland. Die Projektgruppe des Jugendforums möchte das ändern, denn ihrer Meinung nach hat jeder Mensch Kommunikationsbedarf und ist auf soziale Kontakte angewiesen.

Konkret soll eine russisch-deutsche Gesellschaft in Nischni Nowgorod gegründet werden, um jungen Menschen mit Behinderungen zu helfen. Es sollen regelmäßige Treffen mit isoliert lebenden Invaliden stattfinden, um beispielsweise Ausflüge zu unternehmen oder soziale Organisationen zu besuchen.Aktiv initiiert werden soll das Projekt zunächst von September bis Dezember 2019, damit es sich danach als Selbstläufer entwickeln und fest als Teil der Städtepartnerschaft, genauer gesagt des FSJs, etablieren kann. Das Projekt soll den Jugendlichen mit Behinderungen soziale Kontakte von Mensch zu Mensch vermitteln, anstatt nach dem Prinzip „Spezialist – Klient“. Dies ist auch der Wunsch der Kuratoren, mit denen sich die Teilnehmer des Jugendforums während der Städtepartnerkonferenz in Düren trafen, die die Idee und den Vorschlag der Jugendlichen lobten und ihnen ihre Unterstützung zusagten.

Das Team für diesen Projektzeitraum besteht aus drei Forumsteilnehmern aus Nischni Nowgorod, die allesamt bereits ein FSJ in Essen absolviert haben. Weitere Unterstützung erhalten sie von einem deutschen Freiwilligen, der ab September sein FSJ in Nischni antritt.

Die Team- und Projektarbeit während des Jugendforums verlief außerordentlich freundschaftlich. Die sehr engagierten Teilnehmer verstanden sich hervorragend, hatten viel Spaß bei der Arbeit und konzentrierten sich doch stets auf die anstehenden Aufgaben. Sie nahmen die Workshops und die Ausarbeitung ihres Projekts sehr ernst und opferten sogar ihre knapp bemessene Freizeit während des Jugendforums für ihr Projekt.

Text: Greta Zeuner