Interview mit ehemaligem Teilnehmer des Jugendforums

Max Nordhaus nahm beim 2. Jugendforum im Oktober 2018 in Hamburg teil. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen aus Halle und der russischen Partnerstadt Ufa erarbeitete er während des Jugendforums ein Radioprojekt mit dem Ziel, die eigene Städtepartnerschaft regional bekannter zu machen. Im Interview erzählt er von seinen Eindrücken.

Das Jugendforum der Deutsch-Russischen Städtepartnerschaften findet im Juni 2019 zum dritten Mal statt. Diesmal im Kreis Düren. Du hast im vergangenen Jahr beim 2. Jugendforum der Deutsch-Russischen Städtepartnerschaften in Hamburg teilgenommen. Wie hast du das Forum erlebt?

Im Forum trafen junge und engagierte Leute aus Deutschland und Russland aufeinander. Es herrschte eine lebhafte Stimmung. Wir haben Projektideen vorangetrieben, aber auch Ausflüge gemacht, neue Kontakte geknüpft und die anderen Projekte kennengelernt. Das Beste war, dass wir die Möglichkeit hatten, die Partner aus Russland persönlich zu treffen. Alles in allem waren es arbeitsreiche Tage verbunden mit viel Spaß.

 Welche Rolle nimmt das Jugendforum in Zeiten politischer Differenzen zwischen den Ländern ein? Wie ist die Stimmung zwischen den Jugendlichen?

Ich habe mal im Kontext der Städtepartnerschaften den Satz gehört: Die Städtepartnerschaft beginnt beim Menschen und nicht in der Politik. Das haben wir auch beim Jugendforum gemerkt. In Zeiten der „Internationalisierung“ achtet niemand darauf, woher jemand kommt. Klar gibt es Unterschiede, aber man kommt klar. Kontakt zu halten ist wichtig. Städtepartnerschaften als Friedensbewegung – das kann ich so unterschrieben.

Dein Team erarbeitete während des Jugendforums ein Radioprojekt mit dem Ziel, die eigene Städtepartnerschaft Ufa-Halle in beiden Ländern regional bekannter zu machen. Wie ist es mit dem Projekt nach dem Jugendforum weitergegangen?

Wir arbeiten weiter daran. Auf deutscher Seite pflegen wir den Radiosender „Corax“. Auf der russischen Seite ist es schwieriger. Wir müssen Formalitäten klären und Dokumente besorgen. Auch werden wir wohl auf der russischen Seite keinen Radiosender finden. Die alternative Idee ist also, einen Podcast zu machen. Aber trotzdem war das Jugendforum ein Erfolg. Es ist nichts stehen geblieben, es geht immer weiter.

 Gab es etwas, dass du persönlich von der Teilnahme am Jugendforum für deine Arbeit im deutsch-russischen Kontext mitnehmen konntest?

Den Menschen, mit denen ich zuvor nur per Email Kontakt hatte, konnte ich endlich Gesichter zu ordnen. Das hat den Kontakt persönlicher gemacht. Auch konnte ich beim Treffen Probleme ansprechen sowie Finanzangelegenheiten und weitere Anträge klären. Zudem gab es nicht nur Kontakt zu unserem russischen Städtepartner, sondern auch zu anderen deutschen Städten, die im deutsch-russischen Kommunalaustausch aktiv sind. So konnten wir unser Netzwerk ausbauen.

 Was wünschst und rätst du den diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern?

Ich wünsche tolle neue Projektideen und dass sie an ihren Projekten dranbleiben, auch wenn sie zu scheitern drohen. Es ist ganz wichtig sich nicht zu scheuen Probleme anzusprechen – zum Beispiel in Sachen Visum und Finanzierung. Das klappt persönlich besser als über E-Mail.