1. Arbeitsgruppe: „Energieeffiziente und nachhaltige Stadtentwicklung“

Schon heute leben mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten, bis zum Jahr 2050 sollen es schon sieben von zehn sein. Städten und Gemeinden kommt daher eine entscheidende Rolle bei Energieeinsparung und Klimaschutz zu. Städte und Kommunen stehen bei Energie und Klimaschutz vor komplexen Herausforderungen. Wie gehen Städte mit den Herausforderungen um? Welche Entwicklungsstrategien und Instrumente haben sich bewährt und an welchen Stellen brauchen Kommunen Unterstützung? Sind die Rahmenbedingungen für Energieeinsparung und Klimaschutz ausgereift? Welche Instrumente können Kommunen auf dem Weg zur nachhaltigen energieeffizienten Energieversorgung unterstützen?

Städten und Kommunen kommt eine entscheidende Rolle beim Klimaschutz zu. Im Rahmen der Städtepartnerkonferenz engagiert sich die dena für den russisch-deutschen Austausch zu klimagerechter und energieeffizienter Stadtentwicklung. Daraus ist ein Projektvorhaben entstanden, das wir als dena gemeinsam mit dem Energiezentrum der Moscow School of Management Skolkovo gestartet haben: Im März haben wir begonnen, die ersten beiden russischen Kommunen bei der Einführung eines von der dena entwickelten Energie- und Klimaschutzmanagementsystems zu beraten und zu begleiten. Die Städtepartnerkonferenz bietet eine ausgezeichnete Plattform für den bilateralen Austausch zu kommunalen Themen mit einem breiten Publikum.

Weltweit wachsen die Städte: schon heute lebt mehr als die Hälfte der Menschen in Städten – Tendenz steigend. Erfolgreicher Klimaschutz kann nur gelingen, wenn Städte sich für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Stadtentwicklung engagieren. Effiziente Ressourcennutzung und der Einsatz erneuerbarer Energien sind dabei zentral. Die Handlungsfelder, in denen sich Städte bewegen, sind zahlreich und umfassen u.a. das Schaffen moderner öffentlicher Infrastruktur und eines funktionierenden und umweltschonenden Verkehrssystems, die energetische Sanierung von öffentlichen Gebäuden, kurzum die Gestaltung einer lebenswerten Stadt. Kommunen sind in ihrem Handeln ein wichtiger Multiplikator für Bürger und Unternehmen und können Vorbild in Sachen Klimaschutz und effizienter Ressourcennutzung sein. Die Aufgabenstellung ist komplex und verlangt eine systematische Herangehensweise. Die dena hat mit dem Energie- und Klimaschutzmanagementsystem (EKM) für Kommunen einen solchen Ansatz entwickelt. Die Anwendung des EKM ermöglicht Kommunen, das Potential für Energieeinsparungen und nachhaltige Entwicklung zu ermitteln, Prioritäten in der Umsetzung von Maßnahmen zu setzen und so ihren Energieverbrauch und damit ihre Energiekosten systematisch zu senken. Ausgehend von der Analyse des Ist –Zustands werden Ziele formuliert und Maßnahmen zur Energieeinsparung und mehr Energieeffizienz entwickelt. Im gesamten Prozess der Einführung des EKM hat der Austausch der Kommunen untereinander eine große Bedeutung.

Seit der Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz 2017 in Krasnodar hat sich die russisch-deutsche Zusammenarbeit im Bereich energieeffiziente, nachhaltige Stadtentwicklung weiterentwickelt und konkretisiert. Die Vorstellung des EKM, das in Deutschland bereits 70 Kommunen nutzen, stieß auf großes Interesse.  Die dena ist diesem Bedarf nachgegangen und hat ein Projekt für die Implementierung des EKM in russischen Städten entwickelt. Das Projekt setzt die dena in Kooperation mit dem Energiezentrum Skolkovo um. Ziel ist es, die EKM-Instrumente der dena an Besonderheiten russischer Kommunen anzupassen. Als Musterkommune haben sich über hundert Kommunen aus vierzig  russischen Regionen beworben. Den Auftakt machen die beiden Pilotkommunen  Luchovizy (Gebiet Moskau) und Neftekamsk (Republik Baschkortosan). Sie werden das EKM Schritt für Schritt implementieren. Die dena und das Energiezentrum Skolkovo beraten und begleiten die Kommunen dabei. Ziel ist es, anschließend den Ansatz auf weitere russische Kommunen zu übertragen.

Panel zu „Kommunen auf dem Weg zur nachhaltigen energieeffizienten Stadtentwicklung“

Wir freuen uns sehr, dass Vertreter der russischen Pilotkommunen nach Düren kommen, um ihre Erwartungen in Verbindung mit dem EKM vorzustellen.  Mit Vertretern von Stadtwerken und deutschen Kommunen, die das EKM bereits anwenden, diskutieren sie Herausforderungen und Lösungen für Städte beim Entwickeln und Umsetzen energieeffizienter Maßnahmen.  Wie können Energie- und Klimaschutzmanagementsysteme Kommunen unterstützen? Wie können neue technologische Lösungen implementiert werden? Wie gelingt es den Kommunen, die Aufgaben bei begrenzten Finanzmitteln und personellen Kapazitäten zu meistern?

Panel zu „Bund-Länder-Kommunen-Dialog“

Günstige Rahmenbedingungen für Energieeinsparung und Klimaschutz unterstützen die Kommunen dabei, praktische Lösungen für die nachhaltige Stadt zu entwickeln und umzusetzen. Das Panel „Bund-Länder-Kommunen-Dialog“ geht deshalb Fragen rund um Kompetenzbereiche und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ebenen nach. Vertreter der Wirtschaftsministerien beider Länder werden gemeinsam mit VertreterInnen deutscher und russischer Regionen und Kommunen darüber diskutieren, ob die Rahmenbedingungen für Energieeffizienz und Klimaschutz in Kommunen in den beiden Ländern ausgereift sind und wie die Zusammenarbeit bei der nachhaltigen, energieeffizienten Stadtgestaltung gelingen kann.  Was funktioniert gut? Was sollte optimiert werden? Wie können der Bund und die Länder Kommunen am besten unterstützen? Der Austausch zu diesen Fragen könnte neue Impulse für die Gestaltung der Zusammenarbeit der Ebenen Bund-Länder-Kommunen setzen und die Rolle der Kommunen weiter stärken.

Quelle: DRF Info Bulletin
Bilder: (c) dena