6. AG Thema: Zivilgesellschaft gestaltet Städtepartnerschaften

Wege der Verständigung - Wege zum Frieden

Was ist eigentlich Volks- und Städtediplomatie? In komplizierten Zeiten der großen Politik, wenig erfolgreicher diplomatischer Bemühungen und schwieriger Gestaltung des politischen Dialogs zwischen Deutschland und Russland ist die Diplomatie „von unten“ für gute Beziehungen und gegen Entfremdung zwischen Deutschland und Russland wichtiger denn je zuvor.

Die Arbeitsgruppe 6 will einmal außergewöhnliche Wege und Formen von Dialog und Verständigung aufzeigen. Wir knüpfen an den 2015 in Karlsruhe mit „Städtepartnerschaften und deutsch-russische Versöhnung nach 1945“ begonnenen, 2017 in Krasnodar mit „Erinnern im Dialog – um der Zukunft willen“ und 2018 in Berlin mit „Erinnern – gemeinsam um des Friedens willen“ fortgeführten Dialog zur deutsch-russischen Erinnerungskultur an. 2019 möchten wir die Linie der Erinnerung ins Heute ziehen: Welchen Brücken nach Russland bzw. Deutschland bauen Menschen jetzt und welches sind die Mechanismen für das Vertrauen zwischen den Partnerstädten? Welche Rolle spielen dabei Geschichte und Erinnerung? Wie können heute die vielen deutsch-russischen Aktivitäten als Wunsch Tausender Menschen nach einer Friedenspolitik Anerkennung finden?

Ein von engagierten Brandenburger Bürgern und Pferdeliebhabern geführter Treck hat sich  2018 mit Kaltblutpferden, Planwagen und einer Friedensglocke auf den 2.300 km langen Weg entlang der Lebensadern der europäischen Geschichte vom Brandenburgischen Brück bis ins russische Welikij Nowgorod gemacht. Freundschaft und Solidarität an der Strecke – darunter auch durch vier russische Partnerstädte – werden in der AG 6 in Bild und Ton zu erleben sein. Die Friedensstadt Osnabrück wird mit ihrer jungen Städtebotschafterin aus dem russischen Twer die Idee der Städtebotschafter vorstellen und wir werden die „Cologne Alliance” als Dach der Kölner Städtepartnerschaftsinitiativen kennen lernen.

Die Stadt Wolgograd, in der sich Russen und Deutsche über den Gräbern des Weltkrieges auch versöhnt haben, wird ihr internationales zivilgesellschaftliches Forum „Dialog an der Wolga“ thematisieren. Es wird einen Austausch mit der britische Stadt Coventry geben zu 75 Jahre Städtepartnerschaft mit Wolgograd, mit der SisterCities International aus den USA, der Assoziation der russischen Partnerstädte u.a. zu trilateraler Partnerschaften.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Diskussion und neue Impulse für die deutsch-russische Verständigung!

Jelena V. Hoffmann
Vorsitzende des Vorstandes
Stiftung West-Östliche Begegnungen