März 2019 : 30 Jahre Städtepartnerschaft Münster – Rjasan

Münster und Rjasan feiern 2019 das 30-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. Zusammen mit vielen Akteuren wird die Stadt aus diesem Anlass ein spannendes Programm auf die Beine stellen.

Viele erinnern sich noch an die Anfänge der Städteverbindung. Sie stand zunächst im Zeichen der humanitären Hilfe.  Konvois mit Kleidern, Sach- und Geldspenden machten sich auf den Weg nach Rjasan, um die Menschen dort zu unterstützen.

Der humanitäre Aspekt ist im Laufe der Jahre in den Hintergrund gerückt, und die Städtepartnerschaft entwickelte sich zu einer lebendigen, vielseitigen Freundschaft, heißt es weiter. Es bestehen Kontakte zwischen Schulen und Universitäten, Chören, Kunstschaffenden und Theatern und insbesondere auch private  Verbindungen zwischen Bürgern.

Delegation in Münster erwartet

Zum Auftakt des Jubiläumsjahrs waren Fremdsprachen-Lehrkräfte der Staatlichen Jessenin-Universität Rjasan zu Gast in Münster. Unter Leitung der Prorektorin für internationale Beziehungen, Oksana Issaeva, besuchten sie die Mathilde-Anneke-Gesamtschule und die Gesamtschule Mitte.

Erstes Ergebnis: Schüler der Mathilde-Anneke-Gesamtschule werden sich an einem Englisch-Wettbewerb der Universität Rjasan beteiligen. Auch ein Gespräch im Sprachenzentrum der WWU stand auf dem Programm. Es ergab, dass die Bildungssysteme ähnlich und gemeinsame Projekte daher denkbar sind. Ein Rahmenprogramm für die Gäste hatte der Förderverein Münster-Rjasan organisiert.

Zur Feier des Jubiläums mit einem Festakt am 18. Juni wird eine Delegation aus Rat und Verwaltung aus Rjasan in Münster erwartet. Außerdem stehen im Jubiläumskalender Ausstellungen, Workshops mit Kunstschaffenden, Theater, Konzerte und Filme.

Quelle: www.wn.de/Muenster/3655928-Staedtepartnerschaft-Muenster-Rjasan-Seit-30-Jahren-Freunde

 

 

Februar 2019 : Ratgeber für ein besseres Leben

Zerebrale Kinderlähmung ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen mit vielen Entbehrungen verbunden. Eine Hilfsorganisation aus Süddeutschland hat nun einen Leitfaden aufgelegt, um solchen Familien in Russland im Alltag zu helfen  – zunächst in Pereslawl-Salesskij, einer Kleinstadt zwischen Moskau und Jaroslawl.

Eine kalte Brise weht vom Plesch­tschejewo-See am Rande von Pereslawl-Salesskij in die Stadt hinein. Im Sommer ein beliebter Erholungsort, zieht er in der kalten Jahreszeit vor allem Eisangler an, die es auf sogenannte Zarenheringe abgesehen haben – einem als Delikatesse begehrten Fisch, der auch auf dem Stadtwappen zu sehen ist.

Ein paar Kilometer weiter, im Zentralen Kreiskrankenhaus, ist von frischem Wind wenig zu spüren. Im ersten Stock ist es schummrig, aus der Toilette riecht es streng. An den beigen Wänden sitzen Eltern mit ihren Kindern auf alten Holzbänken und beobachten das Kommen und Gehen der anderen Klinikbesucher. „Auf geht´s, jetzt seid ihr dran!“, winkt Swetlana Starostina energisch die nächste Familie in ein Behandlungszimmer.

Starostina kennt jede der Familien persönlich. Als Leiterin der russischen Wohltätigkeitsorganisation „Stratilat“ hat sie in Pereslawl ein Kulturzentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderung eröffnet, wo man sich regelmäßig trifft, um unter anderem Theateraufführungen zu proben. Für heute hat Starostina zu Workshops der Deutsch-Russischen Gesellschaft Kraichgau e.V. (DRGK) in die Klinik eingeladen. Gekommen sind auch Irina Scholobowa und ihre Mutter Jelena.

Bereits in früher Kindheit musste Irina zahlreiche Operationen an Rücken und Beinen über sich ergehen lassen. Ihre Gliedmaßen sind von Geburt an spastisch gelähmt und nicht voll bewegungsfähig, sie muss im Rollstuhl sitzen. Auch kann die junge Frau nicht sprechen. Die Operationen führten dazu, dass das rechte Bein der 26-Jährigen etwas kürzer ist als das linke.

Die Workshops sind Teil des Projekts „Chancen für junge Menschen mit zerebralen Bewegungsstörungen (ICP) – eine Handreichung für Eltern und Therapeuten in russischer Sprache“. Das Projekt der DRGK, gefördert von der Aktion Mensch, dient der Verbesserung der Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die aufgrund von Schäden in Hirn und Rückenmark an motorischen Einschränkungen leiden. Starostina gehört zu den Partnern vor Ort.

Muskeltraining in den eigenen vier Wänden

Die Handreichung wurde Mitte Februar bei einer zweitägigen Fachkonferenz vorgestellt. Anschaulich ist darin der Umgang mit der Behinderung beschrieben und wie die Muskeln der Kinder und Jugendlichen zu Hause trainiert werden können. Dabei orientiert sich das Werk an europäischen Standards. Für die Präsentation waren russische Ärzte aus Städten wie Moskau, St. Petersburg und dem sibirischen Tjumen nach Pereslawl gereist. Jetzt werden Übungen aus dem Heftchen von einem Team aus deutschen Therapeuten direkt am Patienten demonstriert.

Lesen Sie weiter hier: mdz-moskau.eu/ratgeber-fuer-ein-besseres-leben/

Text: Lena-Marie Euba

 

 

 

 

Januar 2019 : Ensemble aus Wladimir in Erlangen

Seit 29 Jahren kommt Igor Besotosnyj  mit seinem Ensemble – alle Jahre wieder – aus Wladimir nach Erlangen, vorzugsweise im Advent. Eine beispiellose Geschichte der partnerschaftlichen Treue, die 1989 bei der „Woche der Russischen Küche“ ihren Anfang genommen hatte.

Das Ensemble präsentiert ein komplett neues Programm aus Klassik und traditionellen Weisen, interpretiert auf Instrumenten der russischen Folklore, Balalaika, Domra und Bajan, ergänzt bei manchen Stücken durch Violine und alle – man kann es nicht anders sagen – in virtuoser Ausführung.

Auch Ende Dezember 2018 standen die russischen Musiker  auf der Bühne des Gemeindehauses St. Xystus und nahmen  aus den Händen von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß einen Matchbox-Kleinbus entgegen, eine Erinnerung an die Panne vor einem Jahr mit dem eigenen Fahrzeug auf dem Rückweg nach Wladimir.

Mit dabei war auch die Sängerin und Violinistin, Swetlana Besotosnaja, mit der neugeborenen Tochter Warwara. Ob Igor Besotosnyjs Enkelin eines Tages auch musiziert, wird sich weisen; in jedem Fall haben wir mit ihr schon die dritte Generation seiner Familie im Austausch zwischen Erlangen und Wladimir.

Unverzichtbar bei der Tournee, die Sängerin und Alexandra-Interpretin, Dorothee Lotsch, die nicht nur mitreißend – sogar auf Russisch! – zu singen versteht, sondern für das Quartett auch Konzerte in Südbayern organisiert. Alles ehrenamtlich. Als Gastsänger darf auch George Mills mit zwei russischen Volksliedern nicht fehlen. Nicht immer ganz textsicher, aber mit einer Stimme, die tatsächlich auch gar keine Worte braucht. Ganz sicher freilich jemand, der wie nur wenige mit seiner ganzen Person für die Völkerverständigung steht: ein Amerikaner, der in Erlangen mit einer russischen Seele lebt.

Seit 2014 werden die Gastspiele aus Wladimir von Ernst Stäblein  unterstützt, der für das Kammerensemble die Bühne auf der Waldweihnacht reserviert. Wo so viele, zu denen mindestens auch Sibylle Flepsen und Leonhard Hirl, das Orga-Paar des Konzerts in St. Xystus gehört, zusammenwirken, da gelingt die Partnerschaft, da lebt ihr Geist. Nicht nur im Winter, wenn es schneit…

Text: Peter Steger,  erlangenwladimir.wordpress.com/2018/12/17/das-adventstrio-aus-wladimir/

 

 

 

Dezember 2018: Moskauer Tage in Berlin

Vom 13. bis 17. November fanden In Berlin „Moskauer Tage“ statt. Die russische Hauptstadt ist Partnerstadt Berlins und präsentiert Kultur, Sport und Wissenschaft der 12-Millionen-Metropole, die auch ein Zentrum der russischen Wirtschaft ist.

Berlin und Moskau verbindet mehr als nur eine gewöhnliche Beziehung von Partnerstädten. Bereits der Name des berühmtesten Platzes der deutschen Hauptstadt verweist auf diese besondere Bindung. Denn der Alexanderplatz erhielt seinen Namen 1805 nach dem Besuch des gleichnamigen russischen Zaren, der in beiden Linien aus deutschem Hochadel abstammte, unter anderem auch aus dem Preußischen Herrscherhaus der Hohenzollern.

Seit 25 Jahren kooperieren die beiden Hauptstädte. Zuletzt manifestiert im Jahr 2017 mit einem Absichtsprotokoll, unterzeichnet während eines Moskau-Besuches von Berlins Regierendem Michael Müller.
Die Kooperationen finden auf vielen Ebenen statt, aber vor allem in den Bereichen Gesundheitswesen, Bildung, Verkehrsinfrastruktur, Tourismus und der Start-Up-Szene. Wie Berlin ist auch Moskau ein Zentrum für innovative Unternehmen. Das Renommee der Berliner Charité soll neuen Moskauer Gesundheitseinrichtungen zu Gute kommen. So wurde ein riesiges medizinisches Zentrum errichtet, ein zweites wird folgen, mit diversen Kliniken und Instituten, in dem ausländische Ärzte und Gerätschaften eingesetzt werden können, die eigentlich nicht über die nötigen russischen Zertifizierungen verfügen.

Das zentrale Ereignis dieser Tage war das Forum zur Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Moskau und Berlin  im Capital Club, an dem Sergej Tscherjomin, Minister der Stadtregierung der russischen Hauptstadt und Leiter des Ressorts für internationale Zusammenarbeit und Außenwirtschaftsbeziehungen, teilgenommen hat. Außerdem war Wladimir Platonow, Hauptgeschäftsführer der Moskauer Handels- und Industriekammer, vor Ort. Weitere Gäste kamen aus den Reihen des Berliner Senats, der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin und der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Moskau. Die Teilnehmer haben den Stand und die Perspektiven des Investitionspotentials der Stadt Moskau sowie die Schwerpunkte der wirtschaftlichen Entwicklung und des Ausbaus des Tourismus diskutieren.

Des Weiteren wurden im Rahmen von Rundtischgesprächen der Einsatz von grünen und energiesparenden Technologien und die Unterstützung bei der Entwicklung von Startups in Moskau und Berlin erörtert.

Auf dem Programm der Moskauer Tage in Berlin standen auch Kultur- und Sportveranstaltungen wie Freundschaftsspiele im Eishockey zwischen Jugendauswahlmannschaften aus Moskau und Berlin.

Im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur (RHWK) wurde eine Fotoausstellung zur Geschichte der Moskauer U-Bahn (Metro) eröffnet. Ebenso wurden Werke Moskauer Künstler gezeigt. Eine Malwand Modernes Moskau lud zum interaktiven Mittun ein. Das Programm wurde durch zahlreiche Filmvorführungen abgerundet.

Ein mit Moskauer Symbolik und Motiven der Moskauer Tage in Berlin aus früheren Jahren geschmückter Autobus hat am 13. November in der Nähe des Roten Rathauses seine Fahrt durch Berlin aufgenommen.

 

 

 

November 2018: 3. Russlandtag in Mecklenburg-Vorpommern

Der "3. Unternehmertag: Russland in Mecklenburg-Vorpommern" fand am 17. Oktober 2018 in der Stadthalle Rostock statt und wurde von der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, den Industrie- und Handels­kammern des Landes und dem Ostinstitut Wismar vorbereitet. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig war Schirmherrin des Russlandtages.

Die Ministerpräsidentin zog eine positive Bilanz: "Der Russlandtag war mit über 800 Teil­nehmern ein voller Erfolg".  Sie verwies auf zehn konkrete Vereinbarungen zwischen Unternehmen, Hochschulen und den Unternehmer­verbänden auf beiden Seiten.

Daran anknüpfend solle die regionale Partnerschaft zum Leningrader Gebiet weiter ausgebaut werden. Schwesig: "Wir wollen die Zusammen­arbeit auch bei Kunst, Kultur und dem Engagement der Zivil­gesellschaft intensivieren".

Sie setze auf Dialog, so die Minister­präsidentin weiter: für 2019 sei ihre Teilnahme am Internationalen Wirtschafts­forum in St. Petersburg bereits fest eingeplant.

Auf dem Russlandtag wurden zehn Vereinbarungen zur Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Institutionen, Hochschulen und Verbänden aus Mecklenburg-Vorpommern und Russland unterschrieben. Im Mittelpunkt standen unter anderem der maritime Anlagenbau, Medizin- sowie Luftfahrt­technik. So gab es z.B. eine Vereinbarung für den Bau eines LNG-Terminals zwischen der Rostock Port GmbH und dem russisch-belgischen Joint Venture Rostock LNG GmbH. Weitere Vereinbarungen gab es unter anderem zwischen der Hochschule Stralsund und der Universität in St. Peters­burg, der Hochschule Wismar und der Finanz­universität in St. Peters­burg sowie der Vereingung der Unternehmens­verbände MV und dem Landes­verband der Arbeitgeber in der Region Leningrader Gebiet.

Am Nachmittag wurden elf parallele Fachforen angeboten. Zum Abschluss des Russ­land­tages fand im Kreuzfahrt­terminal in Warnemünde die Abend­veranstaltung statt.

Begleitet wurde der Russlandtag erstmals von einem Kulturprogramm. Im Rostocker Volkstheater gab es ein Konzert des State Symphony Orchestra of Leningrad Oblast. Bereits am Vorabend des Russ­land­tages eröffneten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Gouverneur Aleksander Drosdenko die Ausstellung "Was uns verbindet" in der Rostocker Kunsthalle.

Quelle: Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern
www.russlandtag-mv.de/de/Aktuelles/

 

 

 

Oktober 2018: Theaterprojekt Aachen – Kostroma

Durch die Initiative der zwei Lehrerinen aus Aachen  Frau Dr. Eva David-Ballero und Frau Ruth Rebière und mit der Unterstützung des Städtepartnerschaftsvereins Aachen - Kostroma e.V. wurde eine neue Schulpartnerschaft zwischen Anne Frank Gymnasium und dem Gymnasiums Nr. 33 aus der russischen Partnerstadt Kostroma ins Leben gerufen.

Frau David-Ballero studierte mit dieser Gruppe, bestehend aus acht Mädchen und fünf Jungen im Alter von 14 bis 17 Jahren, das Theaterstück „ÜberLeben“ in deutscher und russischer Sprache ein. Das Theaterstück wurde von Frau David-Ballero persönlich verfasst und handelt vom Schicksal eines russischen Mädchen Lena Muchina, das während der Blockade von Leningrad seine ganze Familie verliert. Im Gegenzug studieren die Aachener Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums, unter der Leitung von Frau Ruth Rebière, ein von Frau David-Ballero ebenfalls geschriebenes Theaterstück  über Anne Frank ein.

Das Projekt strebt an, die Erfahrungen von Kindern als Opfer von Holocaust und Völkermord während des Zweiten Weltkriegs mittels ihrer schriftlichen und mündlichen Zeugnisse in einem Theaterprojekt zu verarbeiten und der Öffentlichkeit in Aachen und Kostroma zu präsentieren.

Während das Schicksal der jüdischen Opfer des Holocaust (hier das der Anne Frank) schon umfangreich aufgearbeitet worden ist, sind die traumatischen Erfahrungen der insbesondere jungen Menschen, die die  Blockade Leningrads durch die deutsche „Wehrmacht“ (1941-1944) überlebt bzw. nicht überlebt haben, kaum in die Erinnerungskultur der BRD eingegangen.

Zwar wurde das Kriegsansinnen der NS-Führung und ihrer Verbündeten gegenüber der Sowjetunion in den 80er/90er Jahren insofern begrifflich angemessen als „Vernichtungskrieg“ erfasst, dessen Ziel die Dezimierung und Versklavung der russischen Bevölkerung war, aber der historische Präzidenzfall der Blockade einer Millionenstadt mit dem expliziten Ziel ihrer „Aushungerung“, wird im Rahmen der  Historiographie zu den „Verbrechen der deutschen Wehrmacht“ unzureichend thematisiert.

Auf der anderen Seite ist die Beschäftigung mit dem Holocaust in russischen Geschichtsbüchern kaum vorhanden, was jedoch zunehmend den Wunsch bei russischen Geschichtspädagogen generiert, dieses Thema aufzugreifen und in den Geschichtsunterricht zu integrieren. Das Schicksal der Anne Frank stieß von daher auf großes Interesse seitens des Gymnasiums Nr. 33 in Kostroma.

In ihren Tagebüchern verarbeiten zwei junge Frauen (Anne Frank und Lena Muchina) ihre traumatischen Erlebnisse als Eingeschlossene bzw. Belagerte, die täglich mit dem Tod konfrontiert sind.

Während Anne Frank in der Zeit ihres gefährlichen – weil doch unsicheren – Untertauchens im Amsterdamer „Hinterhaus“ ihr Eingeschlossensein mit Hoffnungen auf ein „Leben danach“ zu bewältigen versucht, beschäftigt sich Lena Muchina mit der physischen (und psychischen) Verdrängung des Todes, genau wissend, dass in dem Moment, in dem sie nicht mehr an seine Überwindung glaubt, ihm geweiht ist – wie dies mit den vielen Angehörigen um sie herum geschah.

Beide eint also der Wille zu überleben.
So ist es zu einem Stück über LEBEN.

Annes Hoffnung erfüllt sich nicht: sie stirbt im KZ Bergen-Belsen, wie auch alle Untergetauchten des Hinterhauses außer ihrem Vater, der allerdings ihr Tagebuch findet und es veröffentlicht.
Lena überlebt die Blockade 1942 durch ihre Evakuierung, aber ihre Erinnerungen werden erst nach ihrem Tod veröffentlicht – beide haben also für die Nachwelt geschrieben, ohne es zu wissen.

Die russische Schülertheatergruppe beschäftigte sich zunächst intensiv mit den schriftlichen Dokumenten (Tagebücher). Die Beschäftigung mit den noch lebenden Zeitzeugen der Blockade (ehemalige nach Kostroma evakuierte Kinder, „blokadniki“) konnten das Verständnis für Lena Muchina fördern. Im Schulprofil des Anne-Frank-Gymnasiums spielt die Beschäftigung mit Anne Frank, ihrem Tagebuch und dem Holocaust eine besondere Rolle. Am Gymnasium Nr. 33 in Kostroma wird ein besonderer Wert auf die Einkehr des Unterrichts über den Holocaust in die Lehrpläne des Geschichtsunterrichts an russischen Schulen gelegt.

Zeitliche und inhaltliche Realisierung:

  • Oktober - Dezember 2017/ Januar – März 2018: Erarbeitung des dt.-russ. Theaterstücks mit der Deutsch-Klasse des Gymnasiums Nr. 33 in Kostroma (RF) durch die Projektleiterin Eva David-Ballero
  • Erste Begegnung in Aachen: 13. - 23. April 2018
  • Aufführungen des Theaterstücks am 20. April am Anne-Frank-Gymnasium Aachen
  • Zweite Begegnung in Kostroma: 10. - 17. September 2018
  • Aufführungen des Theaterstücks am 13. und 14. September

Die Kostromaer Öffentlichkeit zeigt ein großes Interesse an diesem Projekt. Es kam zu Interviews seitens des russischen staatlichen und lokalen Fernsehens. In Aachen wurde die Gruppe ebenfalls in der Lokalzeit des WDR mit einem kurzen Beitrag bedacht.

Autorin, Projektleiterin und Regisseurin:
Dr. Eva M. David-Ballero
Politikwissenachftlerin/Theaterpädagogin, Aachen

Regisseurin am Anne-Frank-Gymnasium:
OStR Ruth Rebière
 

 

 

September 2018: Abschluss des Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018

Zum Abschluss des Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018 fand am 14. September 2018 im Auswärtigen Amt in Berlin im Beisein der Außenminister Deutschlands und Russlands, Heiko Maas und Sergej Lawrow, eine große Abschlussveranstaltung statt.

Im Plenum und in Arbeitsgruppen wurde diskutiert und präsentiert, wie erfolgreich und vielseitig sich der Bürgerdialog zwischen Deutschen und Russen auf regionaler Ebene gestaltet. Das zeigt nicht zuletzt auch die überwältigende Resonanz auf diese Abschlussveranstaltung des Themenjahres: Mehr als 900 Vertreter aus deutschen und russischen Städten, Gemeinden und  zivilgesellschaftlichen Initiativen folgten der Einladung des Deutsch-Russischen Forums e.V. in die Räumlichkeiten des Auswärtigen Amtes.

Am Morgen tagten die Teilnehmer in vier Arbeitsgruppen zu den Themen:

  1. AG: „Russische und deutsche Strategien für eine Verbesserung der Lebensqualität in den Kommunen und Regionen“
  2. AG: „Energie“
  3. AG: „Zivilgesellschaft gestaltet Städtepartnerschaften“
  4. AG: „Aktive Zivilgesellschaft im sozialen Bereich: Entwicklungen, Ergebnisse und Perspektiven in deutsch-russischen Partnerschaften.“

Am Mittag eröffneten Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt (lesen Sie hier das Grußwort), Bernhard Kaster, Mitglied des Vorstands, Deutsch-Russisches Forum e.V., Stanislaw Moraschow, Präsident, Verband der russischen Städte, Markus Lewe, Präsident des Deutscher Städtetag, Oberbürgermeister der Stadt Münster und Oleg Melnitschenko, Senator im Föderationsrat der Russischen Föderation das Plenum im Weltsaal des Auswärtigen Amtes.

Darauf folgte die Podiumsdiskussion „Blick zurück und nach vorn: „Deutsch-Russische kommunale und regionale Partnerschaften“ mit Dirk Wiese, MdB, Koordinator für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentralasien und den Ländern der Östlichen Partnerschaft, Michail Schwydkoj, Sonderbeauftragter des Präsidenten der RF für internationale Zusammenarbeit, Dr. Andreas Görgern, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation, Auswärtiges Amt, Wladimir Slepzow, Oberbürgermeister der Stadt Jaroslawl, Peter Franke, Vorsitzender des Vorstandes, Bundesverband Deutscher West-Ost Gesellschaften (BDWO), Sergej Paramonow, Vizepräsident der Assoziation der Partnerstädte.

Den feierlichen Höhepunkt fand die Veranstaltung am Abend durch die Auszeichnung 30 herausragender Projekte deutsch-russischer regionaler Zusammenarbeit durch den deutschen Außenminister Heiko Maas und seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow. Heiko Maas lobte die „beeindruckenden Vielfalt“, die die kommunalen und regionalen Partnerschaften dieses Jahr gezeigt hätten (lesen Sie hier die Rede). Sergej Lawrow würdigte die Arbeit der Initiativen als einen beachtlichen Beitrag zu Vertrauen und guter Nachbarschaft zwischen Deutschland und Russland (lesen Sie hier die Rede). Unter den ausgezeichneten Initiativen befand sich auch das Land Mecklenburg Vorpommern und das Leningrader Gebiet. Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg Vorpommern, nahm die Auszeichnung persönlich entgegen und sagte: „Mecklenburg-Vorpommern legt großen Wert auf den Austausch mit Russland.“ Es sei wichtig, dass Deutschland und Russland auch in schwierigen Zeiten miteinander im Dialog blieben.

(Sehen Sie hier die komplette Liste mit allen 30 ausgezeichneten deutsch-russische Kooperationen).

„Diese Auszeichnung unterstreicht: Die Förderung des deutsch-russischen kommunalen Dialogs ist heute wichtiger denn je. Der Bürgerdialog ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte − gerade in Zeiten politischer Meinungsverschiedenheiten unserer Länder. Das Deutsch-Russische Forum e.V. hat das Jahr der regionalen und kommunalen Partnerschaften mit großem Engagement koordiniert“, sagte Matthias Platzeck, Vorsitzender des Vorstandes, Deutsch-Russisches Forums e.V.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurden zudem im Beisein der beiden Außenminister durch die Bürgermeister der Städte Greifswald & Wyborg, Schwedt & Tuapse sowie Lahr & Zvenigorod drei neue deutsch-russische Städtepartnerschaften unterzeichnet.

Im Anschluss an die Auszeichnung stellten zwei Teilnehmer des Jugendforums der Deutsch-Russischen Städtepartnerschaften die Projekte im Rahmen des 2. Jugendforums der Städtepartnerschaften vom 30. September bis 5. Oktober in Hamburg zum Thema „Stadtentwicklung und Jugendaustausch“ vor. Zum Abschluss der Veranstaltung ludt der Landrat des Kreieses Düren, Wolfgang Spelthan, zur XV. Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz 2019 im Kreis Düren ein.

Anschließend gab es einen Empfang auf Einladung des deutschen Außenministers in den Räumlichkeiten des Auswärtigen Amtes. Zu Livemusik des Trios „Tscho“ ließen die Besucher den Abend ausklingen.

Sehen Sie hier das komplette Programm.

Gemeinsame Abschlusserklärung anlässlich der Abschlussveranstaltung des Deutsch-Russischen Jahres: Matthias Platzeck, Ministerpräsident a.D., Vorsitzender des Vorstands, Deutsch-Russisches Forum, Thomas Hoffmann Geschäftsführer, Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, Peter Franke Vorsitzender, Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften, Jelena Hoffmann Vorsitzende des Vorstands, Stiftung West-Östliche Begegnungen.

Einen Überblick zur Presseberichterstattung sehen Sie hier.

 

 

 

 

August 2018: Historisch-politische Bildung im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Moskau

Im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Moskau konzipiert und betreut der DRA im Auftrag des Berliner Senats seit 2011 regelmäßig Projekte im Bereich der Familien- und Jugendpolitik. In diesem Zusammenhang wurden über 45 Fachkräfte- und Jugendbegegnungen durchgeführt. Eine besonderen Stellenwert erfährt hier seit Jahren die Jugendgeschichtsarbeit. Vor diesem Hintergrund wurde auch im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018 ein Fachaustausch mit jeweils 7 Vertretern der Jugendgeschichtsarbeit aus Berlin und Moskau durchgeführt. Der russische Partner war das Staatliche Moskauer Gulag-Museum. Den Kern des Projektes bildeten jeweils eine Bildungsreise nach Moskau (21.05.-25.5.2018) und nach Berlin (11.06.-15.06.2018). Im Mittelpunkt der Austauschmaßnahmen standen vor allem Methoden und Projekte zur Aufarbeitung von Totalitarismus und Gewaltherrschaft in der Jugendarbeit (Stalinismus/NS).

In Moskau standen vor allem Termine in staatlichen sowie nichtsstaatlichen Einrichtungen auf dem Programm, wie im Staatlichen Moskauer Gulag-Museum, im Staatlichen Zentralen Museum für zeithistorische Geschichte, im Staatlichen Archiv für sozialpolitische Geschichte, in der Gedenkstätte in Butowo, im Memorial und im Sacharow-Zentrum. Mit den Moskauer Kollegen wurden dabei vor allem konzeptionelle Fragestellungen und Methoden der Jugendgeschichtsarbeit thematisiert.

In Berlin wurden die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, das Museum Topografie des Terrors, das Jüdische Museum, das Archiv des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, die Bundeszentrale für politische Bildung, die Gedenkstätten Sachsenhausen und Hohenschönhausen sowie der Reichstag besucht. Thematisiert wurden Probleme, Methoden und Projekte zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur in der Jugendbildungsarbeit.

Im Rahmen des Austauschs konnten sich die Fachkräfte vor allem zu aktuellen Methoden und Projekten in der Bildungs- und Gedenkstättenarbeit austauschen, welche die Kollegen in Moskau auch in ihre neue Ausstellung einfließen lassen werden. Der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen wurde ebenso Unterstützung beim Zugang zu Dokumenten der sowjetischen Speziallager auf deutschem Gebiet zugesagt. Auch mit Blick auf den hohen Anteil an Familien und Jugendlichen mit Prägung und Sozialisation durch die Sowjetunion, bietet die Partnerschaft mit dem Moskauer Gulag- Museum weiteres Potential für mögliche Kooperationen. Vor diesem Hintergrund wurden bereits für 2019 weitere Austauschmaßnahmen zur Aufarbeitung der sowjetischen Vergangenheit mit jungen Berliner Russlanddeutschen sowie Berliner Pädagogen erörtert. Eine positive Würdigung der Austauschmaßnahme im Rahmen des Themenjahres würde in Zukunft das Einwerben von Unterstützungsmöglichkeiten für deutsch-russische Bildungskooperationen im Jugendbereich zur Aufarbeitung von Totalitarismus und Gewaltherrschaft erleichtern.

Ansprechpartner:
Herr Roman Elsner
Tel: (030) 446-6800
E-Mail: Roman.Elsner(at)austausch.org

 

 

 

 

Juli 2018: Fortbildung von Ärzten und Pflegepersonal aus Krasnodar in Karslruhe

Anlässlich des 15. Städtepartnerschaftsjubiläums zwischen den Städten Karlsruhe und Krasnodar im Jahr 2007 unterzeichneten die damaligen Oberbürgermeister beider Städte, Heinz Fenrich und Vladimir L. Evlanov, eine Erklärung zur feierlichen Bekräftigung der partnerschaftlichen Beziehungen. Diese Erklärung sieht eine Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit in vier Bereichen vor: Wärmeversorgung und Wasserversorgung, öffentlicher Personennahverkehr, Abfallwirtschaft und Gesundheitswesen. Als Maßnahmen im Bereich Gesundheitswesen sind Fort- und Weiterbildungen sowie Hospitationen am Städtischen Klinikum Karlsruhe, Erfahrungsaustausch und Weitergabe von Know-how definiert.   
Zur Umsetzung o. g. Erklärung wurde das Projekt „Hospitation und Fortbildung von Ärzten und Pflegepersonal aus der Partnerstadt Krasnodar am Städtischen Klinikum Karlsruhe“ ins Leben gerufen. Seit dem Beginn des Projekts im Jahr 2007 haben insgesamt bereits 26 Ärzte und 41 Pflegekräfte aus Krasnodar an Hospitationen bzw. Fortbildungen am Städtischen Klinikum Karlsruhe teilgenommen.

Durch die Teilnahme an dem Projekt können sich russische Ärzte und Krankenschwestern weiterqualifizieren und ihre Position in der Praxis stärken. Viele der am Städtischen Klinikum Karlsruhe erworbenen Fachkenntnisse wie beispielsweise in puncto Organisation und Koordination können unmittelbar in der täglichen Arbeit umgesetzt werden.  
Das Projekt „Hospitation und Fortbildung von Ärzten und Pflegepersonal aus der Partnerstadt Krasnodar am Städtischen Klinikum Karlsruhe“ soll zu einem besseren Verständnis der unterschiedlichen Gesundheits- und Krankenhaussysteme beitragen. Darüber hinaus bietet das Projekt die Möglichkeit, Netzwerke zu knüpfen und Strukturen aufzubauen, die den Weg für eine weiterführende Zusammenarbeit im Bereich Gesundheitswesen zwischen den Partnerstädten Karlsruhe und Krasnodar ebnen.  
Neben einer beruflichen Weiterentwicklung wollen wir den Ärzten und Pflegekräften aus der Partnerstadt aber auch die Gelegenheit geben, die Stadt Karlsruhe und ihre Umgebung kennen zu lernen und viele schöne Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln. Daher organisieren wir für unsere Gäste Stadtrundgänge und Museumsbesuche und arbeiten eng mit der Freundschaftsgesellschaft Karlsruhe – Krasnodar e.V. zusammen, die jedes Jahr zu Ausflügen in die Umgebung einlädt.

 
Projektbeispiel 2018 –  Ablauf und Programmhighlights

Vom 9. bis 29. April 2018 kamen drei Ärzte und drei Krankenschwestern aus der Partnerstadt Krasnodar zu Hospitationen bzw. Fortbildungen an das Städtische Klinikum Karlsruhe gGmbH. Zum Auftakt ihres Aufenthalts in Karlsruhe fand im Bürgersaal des Rathauses am Marktplatz ein Empfang durch Herrn Bürgermeister Klaus Stapf statt, zu dem die Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen, die Freundschaftsgesellschaft Karlsruhe-Krasnodar e.V. und Vertreterinnen und Vertreter des Städtischen Klinikums Karlsruhe sowie der Pflegeschule Karlsruhe eingeladen waren.   
An ihrem ersten Arbeitstag wurden die Ärzte und Krankenschwestern aus der Partnerstadt offiziell von der Geschäftsführung des Städtischen Klinikums Karlsruhe begrüßt. Die Krankenschwestern begannen mit einer mehrtägigen Fortbildung (Bobath – Konzept, Megacode-Training, etc.) und wurden dann zu Hospitationen in unterschiedliche Fachabteilungen überwiesen. Dort machten sie sich mit dem Stationsablauf, dem Patientenmanagement und Dokumentationsverfahren vertraut. Die Ärzte wurden ihren Fachrichtungen und Wünschen entsprechenden Bereichen (Unfallchirurgie, Orthopädie, Anästhesie und Neurochirurgie) zugeteilt. Sie hospitierten bei Behandlungen und speziellen Operationen wie Herzkatheter-Eingriffen, roboterassistierten „da Vinci“ Operationen, minimalinvasiven chirurgischen Eingriffen (Schlüssellochchirurgie - Endoskopische Operationen) und der Steintherapie (Ultraschall) und besuchten die zentrale Notaufnahme, das Zentrallager und die große chirurgische Intensivstation.   
An den Wochenenden unternahm die Freundschaftsgesellschaft Karlsruhe – Krasnodar e.V. mit den Gästen aus der Partnerstadt Ausflüge nach Weißenburg im Elsass, Ettlingen, Gernsbach und Baden-Baden ein. Besondere Highlights waren der Besuch der Kirche und des Klosters von Weißenburg und das Probieren örtlicher Spezialitäten wie Flammkuchen, Elsässer Wein und Schwarzwälder Kirschtorte.  

Quelle:  Stadt Karlsruhe

 

 

 

 

Juni 2018: Friedensspiel in Wolgograd

Die deutsche und die russische U18 Jugendnationalmannschaft trafen sich am 8. Mai in Wolgograd zu einem Freundschaftsspiel

Als die Teilnehmer nach der Einweihung der Friedenskapelle am 7. September 2016 (mehr dazu: www.russlandpartner.de/themenfelder/kultur/friedenskapelle-in-rossoschka/)  auf  ihrer traditionellen Schifffahrt an der am Wolgaufer im Bau befindlichen neuen Arena  vorbei fuhren, hatte der Alt-OB und Ehrenbürger von Wolgograd Juri Starovatykh eine Idee: Am Anfang sollte eine Begegnung zwischen einer deutschen und einer russischen Fußballmannschaft stehen – 75 Jahre nach dem Ende der Stalingrader Schlacht, als Zeichen der Versöhnung, der Freundschaft und des Friedens!

Der Vorsitzende des OstWestWirtschaftsforums Bayern Staatsminister a.D. Eberhard Sinner schlug daraufhin dem Präsidenten des Deutschen Fußballbundes Reinhard Grindel diesen Wunsch bei einer Pressekonferenz am 26. April 2017  in München vor, der ihm sein Einverständnis signalisierte.  Christian Holtz setzte als Landesbeauftragter des OWWF für die Russische Föderation die Bemühungen fort und am 10. Oktober 2017 war es amtlich: Die U18 Mannschaften spielen am 8. Mai in Wolgograd.

Mit eigenen Delegationen waren der deutsche Fußballbund und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge angereist. Die Teilnehmer aus Denkendorf und dem Landkreis Eichstätt bildeten zusammen mit den Mitgliedern des OstWestWirtschaftsforums Bayern ebenfalls eine starke Mannschaft. Am Abend des 8. Mai kamen alle zusammen: Fußballchef Grindel eröffnete zusammen mit seinem russischen Kollegen das Friedensspiel, das äußerst fair verlief und mit einem 3:1 für das deutsche Team endete.

Bereits am Vormittag war eine Abordnung zur Wolgograder Schule Nr. 54 aufgebrochen: Die Berufs- und Fachoberschule Ingolstadt hatte ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit erklärt und schloss mit der langjährigen Denkendorfer Partnerschule Nr. 1240 von Moskau, die wiederum mit der Wolgograder Schule verbunden ist, ein Kooperationsabkommen, das die Möglichkeit für ein Auslandspraktikum der Schüler miteinschließt.

Am 9. Mai findet traditionell eine Militärparade statt und zur zentralen Gedenkstätte mit der 137 m hohen Statue Mutter Heimat auf dem  Mamajahügel zieht es viele Besucher. Am Nachmittag hatte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge alle deutschen Teilnehmer und die Fußballspieler eingeladen. Nach dem Gedenken auf dem russischen und dem deutschen Friedhof und der Blumenniederlegung an der Friedenskapelle waren die großen Würfel mit den Namen der Gefallenen und Vermissten das Ziel vieler Besucher.

Beim Empfang im Gemeinschaftshaus des Volksbundes begrüßte dessen Präsident General a.D. Wolfgang Schneiderhan die weit über hundert Gäste. DFB-Präsident Reinhard Grindel dankte allen Teilnehmern für ihr Engagement. Eine sehr nachdenklich stimmende Rede hielt die stellvertretende Generalsekretärin des russischen Fußballverbandes Ekaterina Fedyshina in deutscher Sprache.

Auch der Abend hielt einen Höhepunkt bereit: Auf Einladung des russischen Fußballverbandes wurden wir Zeugen des Endspiels um den Russlandpokal in der neuen Arena mit 46 tausend Sitzplätzen, das der Verein Tosno des Leningrader Gebiets mit 2:1 gegen die Mannschaft von Avantgarde Kursk für sich entschied. Eine exklusive Führung durch die neue Arena mit dem Bauleiter Sergei Kamin, der auch die Olympia-Sportanlagen in Sotschi gebaut hat, eine stimmungsvolle Schifffahrt auf der Wolga mit Kosakenmusik und Folklore sowie ein bayerischer Ausklang im Restaurant Bamberg, das über eine hervorragende Hausbrauerei verfügt, beendeten die ereignisreichen Tage in Wolgograd, bevor es in aller Herrgottsfrüh wieder nach Hause ging.

Bild 1:  Eröffnung des Fußballspiels im Stadion Zenit von Wolgograd, dem rund 3000 junge Leute beiwohnten!
Bild 2:  Nach der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens in der Schule Nr. 54: v.r.: Direktorin Nadeschda Belibichina, Stellv. Schulleiterin der FOS/BOS Ingolstadt Maria Heller, Christian Holtz, Direktorin der Moskauer Schule 1240 Tatjana Shipkova, Fachlehrer Dr. Markus Liebl, Oberbürgermeister von Rostock Roland Methling, Schulpartnerschaftsbeauftragte Elena Trifonova. Nicht im Bild: Fachlehrer Dr. Christian Däufel, Rektor a.D. Willibald Schels
Bild 3:  OWWF-Präsident Eberhard Sinnerstellt die Sponsorentafel der Friedenskapelle vor, die für den Pavillon auf dem Soldatenfriedhof bestimmt ist und bedankt sich bei den Sponsoren (v.l.) DFB-Präsident Reinhard Grindel, Volksbundpräsident Wolfgang Schneiderhan und Oberbürgermeister Roland Methling. Mit im Bild: Yann Aurel Bisseck, Spielführer der deutschen U18 Mannschaft

Text und Bilder: Christian Holtz

 

 

 

 

 

Mai 2018: Deutsch-Russische Fußballbrücken

Im Rahmen der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland führt das Deutsch-Russische Forum e.V.  gemeinsam mit der Brandenburgischen Sportjugend im Landessportbund Brandenburg e.V. und dem Deutschen Fußball-Bundvom 15. bis 27. Juni 2018 eine Reise in drei WM-Städte für fussballbegeisterte Jugendliche aus Deutschland und Russland durch.

Gefördert wird das Projekt vom Auswärtigen Amt, dem Deutschen Fussball-Bund, dem Land Brandenburg, F.C. – Flickstiftung, der Deutschen Sportjugend und vom Landessportbund Brandenburg e.V. Es zeichnet sich durch ein besonderes Konzept aus, welches das Fußballspiel dazu nutzt, um Jugendlichen soziale Kompetenzen, Selbstorganisation und Eigenverantwortung spielerisch beizubringen. Die Spieler bekommen nicht nur die Chance eigene Spielregeln zu vereinbaren, sondern auch ihre Mitspieler in Bezug auf die Einhaltung dieser Regeln zu beurteilen. Zusätzlich wird mit dem Projekt Konfliktfähigkeit und Teamgeist spielerisch eingeübt. Das Spiel ist für alle zugänglich, unabhängig von Geschlecht, Nationalität oder Kultur. Im Vordergrund steht ein faires und tolerantes miteinander.

Unter dem Motto „Deutsch-Russische Fußballbrücken“ werden sich die Teilnehmer  auf eine abenteuerreiche Zugreise von  St. Petersburg, über Moskau und Rostow am Don bis nach Sotschimit spannenden Teamschulungen, Straßenfußballturnieren und Freundschaftsspielen begeben. Als besonderes Highlight steht der Besuch des WM-Spiels zwischen Deutschland und Schweden am 23. Juni in Sotschi auf dem Programm.  Darüber hinaus erwarten die Reisegruppe u.a. ein Besuch im Ferienlager „Orljonok“ am Schwarzen Meer sowie eine Besichtigungstour im Kaukasus.

Von deutscher Seite nehmen 34 jugendliche Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren aus neun Bundesländern teil. Insgesamt sind Teilnehmer aus 26 verschiedenen Fußballvereinen sowie fünf weiteren Sportvereinen beteiligt, darunter Übungsleiter, Spielerinnen und Spieler sowie Vereinsvorstandsmitglieder. Von russischer Seite gehen zehn Teilnehmer mit auf Reisen, rund 400 russische Turnierteilnehmer erwarten die Reisegruppe an den Austragungsorten. Über 90 russische Helfer und Unterstützer sind an der Organisation und Betreuung beteiligt. Mit der Einbeziehung von Teilnehmern aus den Partnerstädten Michendorf  – Nowoje Deviatkino, Hagen – Smolensk, Hamburg – St. Petersburg, Schwerte – Pijatigorsk, Düsseldorf – Moskau, Dortmund – Rostow am Don, Universität Heilbronn – Universität Sotschi sollen im Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften die städtepartnerschaftlichen Beziehungen unterstützt werden.

Reiseprogramm:     www.russlandpartner.de/fileadmin/user_upload/Ablaufplan_Fussballbruecken.pdf

 

 

 

 

April 2018: WM 2018 Medienkooperation Dortmund – Rostow am Don

In den deutschen Medien ist die Fußball WM 2018 in Russland kaum ein Thema. Diesem Trend tritt die Stadt Dortmund entscheidend entgegen: sie unterstützt ihre Partnerstadt Rostow dabei, sich als Austragungsort der WM zu profilieren und als ein touristisches Ziel in Deutschland attraktiv  zu machen.

Die Stadt Dortmund ist seit 1978 mit Rostow am Don durch die partnerschaftlichen Beziehungen fest verbunden. 2006 war Dortmund ein Austragungsort der WM in Deutschland. Nun helfen die Dortmunder ihren russischen Partnern bei der Vorbereitung zur WM 2018. Denn in Rostow finden fünf Spiele statt, darunter die Achterfinale.

Projekt Medienkooperation Dortmund – Rostow beinhaltet folgende Maßnahmen:

Säule 1:
Berichterstattung zur WM-Vorbereitung in Rostow auf Internetseite der Stadt Dortmund. Bislang sind 10 Beiträge veröffentlicht worden.
www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/ausunsererstadt/rostow_am_don_2018/start_rostow_am_don_2018/index.html

Säule 2:
Kooperation mit BVB „Echt“, 150.000 Auflage. Bislang zwei Artikel, dritter folgt.
www.bvb.de

Säule 3:
Interessante Themen: Angebot an Tageszeitungen und elektronische Medien:
Ruhrnachrichten, Westf. Rundschau, WAZ,
Radio 91.2: Bislang drei Hörfunkbeiträge.
WDR Dortmund (Fernsehen: Lokalzeit): Beitrag 1.12.17: Thema: Final Draw

Säule 4:
Einbeziehung weiterer Partnerstädte Rostows wie Gera, Glasgow, Eriwan, Le Mans, Zypern etc.
Angebot: Dortmund erarbeitet für alle die WM-Artikel und stellt Fotos zur Verfügung.
Übersetzung durch Rostow bzw. Partner.
Einstellung ins Internet der Partnerstädte und Angebot an die Medien vor Ort.

Säule 5:
Kooperation Stadt Dortmund – Auslandsgesellschaft NRW
Zeitpunkt: Frühjahr 2018
In Rostow spielen Vorrunde: Brasilien, Schweiz, Uruguay, Saudi-Arabien, Island, Kroatien, Süd-Korea, Mexico.

Vorhandene Texte werden aktualisiert, übersetzt und über Verteiler Stadt Dortmund den wichtigsten Agenturen und Medien der Gastländer einschließlich Fotos zugestellt.

Weitere bisherige Aktivitäten in Dortmund:

WM-Beratung und Seminar
Mehrere Besuche, einwöchiges Seminar vor Ort.

Geplant für 2018

In Rostow:

  • Fußballturnier Mai 2018 mit U 21-Mannschaften der Partnerstädte.
  • Kunstausstellung, Thema: Fußball in der Kunst. Etwa 35 Exponate von Immendorf, Lüpertz, Uecker, Tadeusz etc. 

In Dortmund:

  • Info Abend Russland IHK mit Schwerpunkt WM in Partnerstadt Rostow
  • Koch-WM am 02. 06. 2018 in Auslandsgesellschaft Deutschland
  • Weitere Aktivitäten Medien-Projekt

Quelle: Dortmunder WM-Botschafter Gerd Kolbe.

 

 

März 2018: Wettbewerb für junge Künstler aus Hagen und Smolensk

Zum vierten Mal ruft der Freundeskreis Hagen-Smolensk zum Wettbewerb „Junge Kunst“ auf. Bis Ende März werden Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Zeichnung, Bildhauerei, Collage und Fotografie angenommen.

Smolensk ist seit vielen Jahren die Partnerstadt von Hagen. Kulturaustausch und gegenseitiges Kennenlernen ist den beiden Seiten gleich wichtig. Daher ist der ausgeschriebene Preis: ein zweiwöchiger Studienaufenthalt in der jeweiligen Partnerstadt.

Die ausgewählten Arbeiten von Kandidaten werden vom 25. Mai bis 8. Juni in der Bibliothek der Fernuniversität Hagen ausgestellt. Aus denen werden vier Gewinner bekannt gegeben, die im kommenden Jahr nach Smolensk reisen dürfen. Die russischen Preisträger werden in Oktober in Smolensk ausgewählt.

Die jungen Deutschen bekommen die Möglichkeit, in Smolensk mit bekannten russischen Künstlern zu arbeiten und das dortige Kulturangebot kennen zu lernen.

Lesen Sie mehr unter:   www.russlandpartner.de/fileadmin/user_upload/Kunstwetbewerb.jpeg

Bewerbungsschluß ist am 31. März 2018.  Die weiteren Infos und das Bewerbungsformular finden Interessierte unter:
www.freundeskreis-hagen-smolensk.de/de/projekte/kunst/junge-kunst/bewerbung2018/   

Februar 2018: Deutsch-Russische Theater-Koproduktion

„Die Familie Schroffenstein“ – eine gelungene deutsch-russische Koproduktion zwischen dem Borchert-Theater Münster und dem Drama Theater Rjasan. Die Inszenierung hat im November 2017 beim internationalen Theaterfestival in Rjasan gleich mehrere Preise abgeräumt.

In Russland erregte die die erste künstlerische Zusammenarbeit der Partnerstädte Rjasan und Münster auch in der Presse großes Aufsehen. Neben dem Kultur-Staatsminister waren zahlreiche Journalisten und TV-Redakteure zur Premiere gekommen. Aus Münster begleiteten Mitglieder des Fördervereins die Reise, darunter Manfred Petermann. Der Vorsitzende des Trägervereins des Wolfgang Borchert Theaters, Prof. Dr. Lothar Hertle überbrachte den Künstlern beider Länder herzliche Grüße aus der Münsteraner Heimat und überreichte dem Intendanten des Drama Theaters Semen Gretchko einen Brief des Oberbürgermeisters Markus Lewe. Regisseurin Tanja Weidner stellte in einer kurzen Ansprache an das Publikum dar, dass Kleist mit der Geschichte über die zwei verfeindeten Familien betone, wie wichtig es sei, miteinander statt übereinander zu sprechen, um sich drohender Kriegsrethorik und Gewaltspiralen entgegen zu stellen. Das Publikum empfing das Ensemble mit offenen Herzen und bejubelte die zweisprachige Aufführung mit langanhaltenden Standing Ovations.

Die somit vierfach preisgekrönte Inszenierung von WBT-Chefdramaturgin Tanja Weidner wird im März 2018 auch in Belgrad, zur Eröffnung des Slavija-Festivals gezeigt. Weitere internationale Festivaleinladungen sind bereits avisiert. In Münster finden die nächsten Aufführungen am 23.- 24. Februar und 06.-08. April statt.

Qulle:  www.wolfgang-borchert-theater.de/stuecke/die-familie-schroffenstein.html

 

Januar 2018: Städtebotschafter in Osnabrück

Das etwas andere Diplomatische Korps – Städtebotschafter: eine einmalige Einrichtung

Die Idee ist ein Paradebeispiel für Völkerverständigung – Städtebotschafter in der Stadt Osnabrück.

Die Anregung für diese in Deutschland bislang einmalige Einrichtung kam aus Osnabrück. Nach Abschluss der Partnerschaftsverträge zwischen Osnabrück, Haarlem und Angers im Jahre 1964 beschlossen alle drei Städte zur Förderung und Vertiefung der Partnerschaften, innerhalb ihrer Stadtverwaltung eine Stelle für junge Leute aus den jeweiligen Partnerstädten einzurichten, von der alle anfallenden Tätigkeiten im Rahmen der Partnerschaft erledigt werden. Seit 1990 tauscht auch die russische Stadt Twer Städtebotschafter mit Osnabrück aus.

Für ein Jahr haben die jungen Leute dann die Chance, in eine andere Kultur einzutauchen und dort zu arbeiten. Sie betreuen dabei in der Verwaltung das Themenfeld Städtepartnerschaften, erledigen anfallenden Tätigkeiten im Rahmen  der Städtepartnerschaft und organisieren Veranstaltungen sowie Städtereisen in die Partnerstädte. Dass das Jahr in einer fremden Welt auch das weitere Leben der jungen Menschen beeinflusst, zeigt sich daran, dass es viele ehemalige der insgesamt 200 Städtebotschafter im späteren beruflichen und familiären Leben wieder in die Region verschlagen hat. Einige leben bis heute dort und zehren von den Erfahrungen während des Jahres als Städtebotschafter.

Osnabrück, das sich selber als „Friedensstadt“ bezeichnet,  ist mit dieser einmaligen Einrichtung ein Vorbild für andere Städte in Deutschland und hofft darauf, dass auch andere deutsche Städte ihrem Beispiel folgen werden.

Quelle und Bilder: Stadt Osnabrück

https://www.osnabrueck.de/rat/staedtepartnerschaften/das-etwas-andere-diplomatische-korps.html
https://www.focus.de/regional/osnabrueck/stadt-osnabrueck-neue-staedtebotschafter-stellen-sich-vor_id_7775631.html
 

 

Dezember 2017: Soziales Jahr in Russland

Ein Jahr in Russland leben und sich sozial engagieren? Eine gute Idee!

Noch bis Ende Dezember gibt es die Möglichkeit, sich für ein Abenteur in Nischni Nowgorod zu bewerben.

Seit 1993 sendet die Gesellschaft für Deutsch-Russische Begegnung aus Essen jährlich Freiwillige in die Partnerstadt Nischni Nowgorod an der Wolga, um dort in sozialen Projekten mitzuarbeiten. Dort lernen die  „Friedis“ -  das Projekt begann als Ersatz für den Wehrdienst, den sogenannten Friedensdienst – die russische Gesellschaft, Kultur und Sprache hautnah kennen. Sie verbringen ein Jahr nach der Schule in einem ungewohnten Umfeld, das durch viele Herausforderungen die Persönlichkeit stärkt und entwickelt und gleichzeitig unvergessliche Erfahrungen bringt.

Jährlich ab Ende August werden bis zu vier Freiwillige nach Nischni Nowgorod gesendet. Dort steht eine eigene Wohnung nahe des Stadtzentrums zur Verfügung, mit Internet, Küche, Bad und Balkon gut ausgestattet und typisch Russisch. Zur täglichen Arbeit gibt es mehrere Arbeitsstellen, momentan sind es verschiedene Korrektionsschulen für behinderte Kinder. Hier sind die Freiwilligen in Klassen wichtige Stützen für den täglichen Unterricht, helfen den Kindern beim Lesen, Rechnen und alltäglichen Dingen wie Spielen und Essen. So tragen sie zur positiven Entwicklung der Kinder bei, für die es in Russland noch wenig Unterstützung gibt und für die alle Lehrerinnen sich so unermüdlich einsetzen.

Über all die Jahre hat sich ein zweites Standbein für das Friedi-Engagement entwickelt: In der Stadt leben mehrere Invaliden, die auf die Hilfe der Friedis im Alltag angewiesen sind. Ob zum Einkaufen, zu Arztbesuchen oder einfach nur Spazieren auf die Straße zu kommen ist ohne Hilfe sehr schwierig.  Hier sind die tatkräftige Unterstützung sowie der persönliche Kontakt sehr wichtig. Bei einer gemütlichen Tasse Tee lassen sich Neuigkeiten am besten austauschen und dabei die russische Sprache gut üben. So wird der begleitende Sprachunterricht von der linguistischen Universität direkt praxisnah umgesetzt. Darüber hinaus können die jungen Menschen sich selbst ein gutes Bild von Russland und der russischen Gesellschaft machen und bekommen gleichzeitig einen neuen Blick auf das Leben zuhause in Deutschland.

Ansonsten bietet Nischni Nowgorod als Stadt mit 1,3 Millionen Einwohnern viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Ob bei Sportgruppen mitzumachen, sich mit Freunden in Restaurants oder Clubs zu treffen oder eine russische Oper zu besuchen, alles ist möglich. Und in der WM-Stadt einfach den Blick auf die Wolga zu genießen oder mit der holprigen Marschrutka durch die verschiedenen Stadtteile zu fahren, bleiben besondere Erlebnisse. Auch mit seiner zentralen Lage bieten sich von hier aus Trips nach Kasan, Moskau, St. Petersburg oder einfach ins schöne Wolgaumland an. Um wer mit der Transsibirischen Eisenbahn in die Mongolei oder zum Baikalsee fahren möchte, kann sich von Nischni Nowgorod aus seinen Traum vom echt russischen Reisen verwirklichen. Warum also nicht ein solch vielfältiges, herausforderndes und wertvolles Jahr als FSJ mit der Gesellschaft für Deutsch-Russische Begegnung in Russland verbringen?

Die Gesellschaft für Deutsch-Russische Begegnung Essen e.V. ist ein Verein Essener Bürger, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Austausch zwischen beiden Ländern und besonders den Partnerstädten zu stärken. So sind das Auswahlverfahren und auch die Betreuung in Nischni Nowgorod sehr persönlich. Aus den vielfältigen Kontakten seit der Öffnung der Stadt sind viele Freundschaften entstanden, die den Friedis gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen, aber gleichzeitig Freiraum lassen individuelle Interessen und Fähigkeiten in die Arbeit vor Ort und das gesamte FSJ einfließen zu lassen. Und gleichzeitig bietet die Kooperation mit der Evangelischen Kirche im Rheinland professionelle Organisationsstrukturen und Finanzierung für das FSJ in Nischni Nowgorod.

Auch für das kommende Friedi-Jahr 2018/19 werden wieder motivierte junge Menschen gesucht, die sich auf das Abenteuer Nischni Nowgorod einlassen und ein spannendes Jahr erleben möchten. Alle weiteren Informationen und den Weg zur Bewerbung sind auf der Homepage zu finden.

Bis zum 31. Dezember 2017 kann eine Bewerbung eingereicht werden. für Fragen stehen Irina Pfeiffer (russ.begeg.essen(at)web.de), Barbara Lachhein (info(at)deutsch-russische-begegnung.de) sowie Joelina Arndt als ehemalige Freiwillige (Joelina.Arndt(at)uni-duesseldorf.de) gerne zur Verfügung und freuen sich auf Eure Fragen und Bewerbungen!

Text: Alexander Meyer

 

November 2017: 30 Jahre der Deutsch-Russischen Gesellschaft Pforzheim und Endkreis

Vor 30 Jahren wurde die Deutsch-Russische Gesellschaft Pforzheim und Endkreis gegründet, weil die engagierten Menschen zwischen Deutschland und Russland Brücken schlagen wollten.  1990 haben die Städte Pforzheim und Irkutsk dank des Engagements der DRG einen Freundschaftsvertrag unterzeichnet. Es folgte daraufhin 2007 ein Städtepartnerschaftsvertrag.

Aus den ersten Kontakten zu Irkutsk entstand eine dauerhafte Partnerschaft, die nicht nur der Entfernung von 7000 km bemerkenswert ist, sondern auch durch die Vielzahl von Aktivitäten. Die erfolgreichen Kooperationsprojekte werden in den Bereichen Fachkräfte- und Schüleraustausch, Kunst, Sprache, Kultur und Kommunales durchgeführt.

2017 begeht die DRG ihr 30-jähriges Jubiläum. Im Jubiläumsjahr fanden viele höchstinteressanten  Veranstaltungen statt: Feuerwehraustausch, Filmabende, Ausstellungen, Teilnahme an der 14. Städtepartnerkonferenz und am Jugendforum in Krasnodar. Im November 2017 hielt der Vorstandvorsitzende des Deutsch-Russischen Forums e.V. Matthias Platzek einen Vortrag zu dem aktuellen Stand der deutsch-russischen Beziehungen in einer Jubiläumsveranstaltung „30 Jahre Deutsch-Russische Gesellschaft Pforzheim und Enzkreis e.V.“. Er würdigte die großartige Arbeit der DRG, die mit ihrer Tätigkeit sich für Völkerverständigung einsetzt, für den Abbau von Feindbildern, Vorurteilen und Stereotypen und die auf der Ebene der Bürgerdiplomatie Vertrauen und Versöhnung fördert.

Die von der DRG mitgestaltete Städtepartnerschaft zwischen Pforzheim und Irkutsk bezeichnete Matthias Platzek als ein „Diamant der deutsch-russischen Beziehung“.

Im September 2017 hat die Stiftung Lebendigste Stadt die DRG für das Engagement und alle Aktivitäten mit einem Preis für die lebendigste Städtepartnerschaft ausgezeichnet.

Oktober 2017: Wettbewerb der Öko-Projekte "Green Campus/ Green City"

Anlässlich des 5. Flensburg Pensa Kongresses und des RUS-Jahres der Umwelt unterstützen die DEU-Botschaft-Moskau, die HS  Flensburg, die Europa-Universität Flensburg und die Staatliche Universität Pensa einen gemeinsamen DEU/RUS-Wettbewerb zum Thema "Green Campus/ Green City" in Pensa.
Gesucht werden umsetzbare Vorschläge und Konzepte zur Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes an der Universität und Stadt Pensa bis zum 15.10.2017.
Insbesondere werden Vorschläge gesucht zum verbesserten Abfallmanagement, zur Energieeffizienz, eines Mobilitätskonzeptes (z.B. Fahrräder und Elektrofahrzeuge) für die Universität und Innenstadt von Pensa.
Die eingegangenen Vorschläge können direkt realisierbar sein oder werden an die verantwortlichen Gremien weitergeleitet.
Jury: die Professoren der HS Flensburg, der Europa-Universität Flensburg und der Staatlichen Universität Pensa
Preis: Preisgeld 2.000 Euro zur Umsetzung des Projektes oder eines scientific study trip "renewables" zu den Akteuren der HS

Die Projekte werden nach folgenden Kriterien beurteilt:
I. Green Engineering Principles

Projekt...
1. betont die Prinzipien vom sparsamen Umgang, wiederholte Nutzung und der Wiederverwendung von Ressourcen;
2. bezieht sich auf die Verbreitung und Nutzung von erneuerbaren Energien;
3. bezieht sich auf die effizientere Nutzung von Energie.

II. Nachhaltig
Das Projekt setzt Maßstäbe innerhalb der Organisation und schafft eine Basis für zukünftige Innovationen. Das Projekt sollte sowohl in der Durchführung als auch im Ergebnis die drei Säulen der Nachhaltigkeit fördern:
1. Guter Umgang mit der Natur
2. Eine gute Wirkung auf die Gesellschaft
3. Ein wirtschaftliche Basis für einen Erhalt des Projektes schaffen

III. Praktisch
Das Projekt hat direkten Praxisbezug und ist (die Pilotphase) innerhalb des Studiums (6-12 Monate) realisierbar.

IV. Zielorientiert
Das Projekt behandelt ein Problem aus dem Bereich der eigenen Organisation und führt zu Ergebnissen, die den langfristigen Erfolg fördern.
 

Aktualisierung vom Januar 2018

Im Dezember 2018 wurden die Resultate des internationalen Wettbewerbes von Öko-Projekten „Green Campus/Green City“ bekannt gemacht.

Lesen Sie mehr unter: de.pnzgu.ru/news/2017/12/26/10430585

September 2017: Das musikalische Theaterstück „Der Mantel“ in Hagen

Das Smolensker Kammertheater führte das Theaterstück von Nikolaj Gogol „Der Mantel“ im September 2017 im Hagen auf. 

Auf Einladung des Freundeskreises Hagen-Smolensk e.V. reisten 20 Schauspieler aus Smolensk in die Partnerstadt Hagen und traten am 5., 6. und 8. September mit ihrem Stück auf. Russische Sprachkenntnisse waren nicht erforderlich, weil es ein Musik-, Tanz- und Pantomime-Theater war. Die Inszenierung wurde 2016 mit dem Russischen Theaterpreis ausgezeichnet. Auch beim deutschen Publikum fand „Der Mantel“ großen Anklang.

Text: Liubov Matveeva

Weitere Informationen:
https://www.wp.de/staedte/hagen/kammertheater-smolensk-tritt-dreimal-mit-gogol-stueck-auf-id211517347.html
https://direktdran.wordpress.com/2017/08/30/russische-theater-preistraeger-kammertheater-smolensk-mit-der-mantel/
http://leo-theater.ruhr/2017/09/07/stehende-ovationen-fuer-ein-grandioses-ensemble/

 

August 2017: Internationales JugendOrchesterCamp 2017

Die Musikschule und das Referat Repräsentation & Internationale Beziehungen der Stadt Wolfsburg veranstalteten im August 2017 anlässlich des 50-jährigen Musikschuljubiläums erstmals gemeinsam ein Internationales JugendOrchesterCamp in Wolfsburg. Dazu waren ca. 50 junge Musikerinnen und Musiker aus den Partner- und Freundschaftsstädten Toyohashi (Japan), Toljatti (Russland) sowie Bielsko-Biała (Polen), Pesaro-Urbino (Italien) und Marignane (Frankreich) vom 30.07.-06.08.2017 nach Wolfsburg gereist. Neben dem gemeinsamen Musizieren und intensiver Probenarbeit gab es ein umfangreiches Begleitprogramm. Unterstützt und gefördert wird das Internationale JugendOrchesterCamp durch ortsansässige Stiftungen, Vereine und Institutionen. Das gemeinsame Abschlusskonzert fand am 04.08. um 18.30 Uhr im Scharoun-Theater der Stadt Wolfsburg statt.

Tanja De Santis, Referat Repräsentation & Internationale Beziehungen der Stadt Wolfsburg

Weitere Informationen:
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/article210842919/Junge-Musiker-treffen-sich-in-Wolfsburg.html
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/article211440575/30-Talente-spielen-Filmmusiken.html
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/article211490313/Die-Piraten-reissen-das-Ruder-herum.html