Deutsch-russische Projekte und Begegnungsarbeit in Landshut

In Landshut werden deutsch-russische Kleinprojekte und Begegnungsarbeit durchgeführt. Alles begann mit Mundpropaganda und persönlicher Initiative. „Wer bei mir Deutsch lernt, dem vermittle ich einen Aufenthalt in Deutschland“ – mit diesen Worten warb die Leiterin des Nowosibirsker Sprachstudios „Bunte Zeit“ um Schüler, die Interesse an der deutschen Sprache und Deutschland haben. Zwei von den Deutschlernenden lud 2017 die Sprachenschule der Volkshochschule Landshut für drei Wochen ein, wobei Landeskunde nicht zu kurz kam. Eine der beiden ist Computerdesignerin, die auch schon viele Proben ihres Könnens in Form von Visitenkarten, Logos und Flyergestaltung abgeliefert hat.

Die angehende Managerin und Pressesprecherin eines Instituts der Akademie der Wissenschaften in Akademgorodok konnte in den Stadtwerken Landshut, sehr gut betreut, wunschgemäß hospitieren. Dass dort ein sehr bemerkenswertes Arbeits- und Lernklima herrschte, belegt die Tatsache, dass die Schülerin gleichsam ihre Lehrerin nach Nowosibirsk einlud und gemeinsam Wanderungen im Naturschutzgebiet des Altais, ganz nah an der chinesischen Grenze unternahmen.

Ein Radiologe konnte von einer engagierten Heidelberger Dolmetscherin, die 2007 selber innerhalb der Landshutwoche während des Deutschlandseminars der Ost-Westgesellschaft Baden-Würthemberg die Stadt Landshut kennenlernt hatte, ein dreiwöchiges Praktikum an der UNI-Klinik in Frankfurt am Main vermitteln.

Dies waren die ersten Vermittlungserfolge der im Ehrenamt geleisteten Begegnungsarbeit und nicht die letzten.

Eine enorm wichtige, aber wenig öffentlichkeitwirksame Aufgabe individueller Begegnungsarbeit ist die Unterstützung in besonderen Situationen. Dazu zählt die Unterstützung einer von Krebs geheilten Doktorandin durch Beratung in sprachlichen Fragen ihrer Veröffentlichungen und Vorträge.

Für den erwähnten Radiologen ist 2018 ein Anschlusspraktikum geplant. Die Suche nach einer geeigneten Stelle und bezahlbarer Unterbringung befinden sich in einem aussichtsreichen Stadium, so dass der Wunsch, die Vorweihnachtszeit in Deutschland zu erleben, durchaus noch in Erfüllung gehen kann.  

Der Verkaufsstand „1 Tasse Tee für Tschumakovo“ auf dem Europäischen Bauernmarkt vom 02.11. – 04.11.2018 fiel aus der Reihe und dafür umso mehr auf. Hier wird Tee, von der Vestenbergskreuther Teefirma gespendet, ausgeschenkt, aber auch in verschiedenen Sorten zum Kauf angeboten. Selbstverständlich erwiesen sich die Matrjoschkas, neben Gegenständen der Birkenholzkunst, Schals  und anderen Kleingegenstände als die Renner des Marktes.

Zugleich bildete der Stand ein Forum für viele Informationsgespräche über Russland, um bei einer Tasse Tee sich auszutauschen, während das so in kleiner Münze eingesammelte Geld Kindern mit genetischen Defekten und Lehrerinnen, die sie unterrichten, zugutekommen soll. Diese gesteckten Ziele umzusetzen steht 2019 an. Bemerkenswert ist, dass sich selbst an so einem kleinen Stand, in vielen kurzen Gesprächen ein ständig sinkendes Interesse an Russland abbildet.  

Ein Sibirisches Wintermärchen 2018 / 2019, in Form einer Reise vom 29.12.2018 – 05.01.2019 nach Sibirien, wird wahr. Das Angebot enthält eine all inclusive Silvesterfeier in Sibirijak, unweit von Nowosibirsk. Organisiert wird sie von der Praktikantin, die sich dafür 2017 das Rüstzeug in Landshut geholt hat. Um die Auswirkungen einer rauschenden Silvesterfeier in den Griff zu bekommen, bieten sich in der Taiga folgende Möglichkeiten an:  

 Besuch einer original russischen Sauna (Banja) mit Schwimmen im Eisloch, Schneemobilfahren, Hundeschlittenfahrt und Reiten durch die Winterlandschaft. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit dafür im kulturellen Austausch das „Eisstockschießen“ einzuführen.

 

Ansprechpartner in der Stadt Landshut

Rupert Aigner
Stadt Landshut
Referent für Finanzen, Wirtschaft und Stiftungen 

Fleischbankgasse 310
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Quelle: Text und Bilder  Maximilian Sailer