Hameln-Pyrmont realisiert Gemeinschaftsprojekt mit Malschule in Brjansk

Die Deutsch-Russische Gesellschaft Hameln-Pyrmont e.V. wurde am 16. November mit dem Ziel eines kulturellen Austauschs zwischen dem Weserbergland und der Region Brjansk gegründet. Angesichts der vielen Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, wollten die Begründer Dr. Hermann Niederhut und Norbert Raabe ihrem Verein einen Integrationsfaktor verleihen, der eine aktive Teilnahme sowohl von deutscher als auch von russischer Seite ermöglicht. Neben musikalischen Konzerten, Schachturnieren und Ausstellungen, setzt sich der Verein auch für einen Austausch zwischen Kindern und Jugendlichen ein.

"Handy, Süßes, Sport - Wir geben Kindern das Wort"

Mit diesem Vorsatz hat die Deutsch-Russische Gesellschaft gemeinsam mit ihren Partnern in Brjansk ein Projekt deutscher und russischer Malschülerinnen ins Leben gerufen. In einem Buch drücken drücken deutsche und russische Kinder und Jugendliche ihre persönliche Meinung zu ihrem Freizeitverhalten aus und analysieren dabei sehr selbstkritisch ihren Umgang mit den neuen Medien, den Verlust an Spielen im Freien und das hohe Suchtpotenzial von Süßigkeiten. Und es ist keine große Überraschung, dass trotz 2000km Entfernung die Kinder und Jugendliche in beiden Ländern ihre Lebenssituation ähnlich sehen und dennoch selbstkritisch bleiben. 


Eltern fragen sich oft: was machen sie richtig, was machen sie falsch? Sollen sie es laufen lassen oder doch lieber streng sein? Verbieten oder erlauben? Kinder sehen es oft ganz anders – und drücken ihre Gedanken auf eine ungewohnte und einzigartige Weise aus.

Mit diesem Gemeinschaftswerk deutscher und russischer Malschülerinnen wird eine gute Tradition fortgesetzt. 

Diesmal haben sich die Kinder und Jugendlichen nicht mit Märchen und Sagen, sondern mit dem realen Leben auseinandergesetzt. Der Umgang mit ihrem Smartphone, Tablet oder der Spielsucht am Computer, der sehr selbstkritische Blick auf ihre wenige Freizeit mit Sport, Spiel und Bewegung in der Natur und dem Umgang mit Süßigkeiten zeigen uns, dass die Gemütslage bei deutschen und russischen Kindern und Jugendlichen sehr ähnlich ist.

Die Deutsch-Russische Gesellschaft Hameln Pyrmont bedankt sich bei Aktion Mensch und auch bei der jüdischen Kultusgemeinde in Hameln mit Irina Pirogova für die finanzielle Unterstützung des Projektes. Bolschoi Spasibo an Lilija Astahova, der Leiterin der Malschule in Brjansk. Sie hat sich von der Begeisterung für diese Themen von Natalia Ovodkova anstecken lassen und sich aktiv an unserem Projekt beteiligt. Für Natalia Ovodkova war dies eine Herzensangelegenheit. Sie hat das Projekt ein Jahr lang begleitet, die persönlichen Aussagen und die gemalten Fantasien ihrer 40 Malschülerinnen koordiniert und ständig Kontakt zu ihrer Brjansker Kollegin gehalten. Ein besonderer Dank gilt auch Peter Schmidt für die Gestaltung dieses Buches.

Am Ende können alle Beteiligten stolz auf ihr neues Werk sein, gibt es uns doch einen erfrischenden Einblick in die Lebenswelt unseres Nachwuchses.

 

Text und Bilder: Norbert Raabe, 1. Vorsitzender der Deutsch-Russischen Gesellschaft Hameln-Pyrmont