Eberhard-Schöck-Stiftung fördert den Berufsschüleraustausch zwischen Deutschland und Russland

Seit vielen Jahren zählt zum Portfolio der Eberhard-Schöck-Stiftung, die sich insbesondere um die berufliche Bildung im Bauhandwerk in Mittel- und Osteuropa kümmert, auch die Begegnung von Berufsschülern.

Pilotprojekt war ein Austausch zwischen Zimmerer-Schülern der Alfons-Kern-Schule in Pforzheim sowie Schülern der Fachrichtung Holzbau an einer Berufsschule der Partnerstadt Irkutsk.

Es folgten viele neue Partnerschaften und Kooperationen, im Rahmen aber auch außerhalb von Städtepartnerschaften. Alle diese Kooperationen sind langfristig angelegt, das heißt in vereinbarten Abständen finden solche Schülerbegegnungen statt.

Der Berufsschüleraustausch verfolgt mehrere Ziele. Zum einen soll er jungen Menschen die Möglichkeit geben, Russland bzw. Deutschland kennenzulernen, die üblicherweise nicht in diesen Genuss kämen – sei es, weil dafür die finanziellen Mittel fehlen, sei es, weil sie auf die Idee, ausgerechnet nach Russland zu reisen gar nicht kämen. Aber das gegenseitige Verständnis und die Begegnung mit der jeweils anderen Kultur sollten nicht nur einer bestimmten Gruppe vorbehalten, sondern müssen unseres Erachtens breiter aufgestellt sein.

Zum anderen fördert der Austausch die handwerkliche Ausbildung und Erfahrung der jungen Menschen. Begegnungen mit unterschiedlichen Herangehensweisen und Problemlösungsstrategien, mit neuen Materialien und Werkzeugen, auch mal die Notwendigkeit, zu improvisieren – all das stellt auf fachlicher Ebene eine große Bereicherung dar.

Die deutschen und russischen Schüler erarbeiten bei jedem Aufenthalt gemeinsam ein handwerkliches Projekt, meist im Tandem, sodass sie sich gegenseitig beim Lösen ihrer Aufgaben unterstützen können. Die praktische Arbeit hat den Vorteil, dass vieles nonverbal oder mit einfachsten sprachlichen Mitteln geklärt werden kann. So sind Sprachkenntnisse keine Voraussetzung für ein gelingendes Projekt. Dennoch wird jede Schülerbegegnung von einem Übersetzer begleitet, damit die Kommunikation außerhalb der Werkstatt, beim stets vielfältigen Kultur- und Freizeitprogramm ebenfalls gewährleistet ist.

Im Rahmen der Projektarbeit entstehen in der Regel Objekte, die entweder in der Schule verbleiben oder einer gemeinnützigen Organisation zur Verfügung gestellt werden. So wurden schon Betten für die Kindertagesstätte getischlert, Springbrunnen für den Schulhof gebaut und in Betrieb genommen, Holzpavillons errichtet, eine Mensa mit neuer Wandgestaltung versehen, Regale und Holzspielzeug gebaut, individuell gestaltete Konsolentische für die Caféteria hergestellt, ein großer Spielturm mit Rutsche für den Spielplatz eines Wohngebiets gebaut und vieles mehr. Teilnehmende Berufe sind bisher Tischler, Zimmerer, Maler und Anlagenbauer Sanitär-Heizung-Klima.

Das College für Technologie und Unternehmertum in Jekaterinburg, mit dem die Eberhard-Schöck-Stiftung seit 20 Jahren eine enge Zusammenarbeit im Rahmen der Modernisierung der bauhandwerklichen Ausbildungsgänge pflegt, hat bereits Schülerbegegnungen mit der Badischen Malerfachschule in Lahr, der Berufsschule 1 in Augsburg und der Alfons-Kern-Schule in Pforzheim durchgeführt.

Ebenfalls mehrmals haben sich schon Auszubildende aus Karlsruhe und der Partnerstadt Krasnodar getroffen, Pforzheim und Irkutsk führen den Austausch ebenfalls weiter. In Vorbereitung sind Schülerbegegnungen zwischen den Partnerstädten Kassel und Jaroslawl und zwischen Jekaterinburg und Neustadt an der der Aisch.

Die Projekte werden von der Eberhard-Schöck-Stiftung konzipiert, angebahnt und organisatorisch begleitet und von der  Stiftung Deutsch Russischer Jugendaustausch gefördert. Eine Schwierigkeit stellt stets die Finanzierung der Reisekosten der russischen Schüler dar. Hier springt die Eberhard-Schöck-Stiftung ein, auch, um sicherzustellen, dass auf der russischen Seite Schüler aller sozialen Verhältnisse die Möglichkeit haben, an einem solchen Austausch teilzunehmen.

Die begeisterten Reaktionen nach Abschluss eines Austauschs, die tiefe Erfahrung von Gastfreundschaft und Einander-Verstehen über alle sprachlichen, räumlichen und kulturellen Grenzen hinweg, bestärkt uns darin, die Schülerbegegnungen weiter zu fördern. Die Freundschaften, die zwischen diesen ganz jungen Menschen entstehen, können die deutsch-russischen Beziehungen aus der Mitte der Gesellschaft heraus tragen und stabilisieren.

Text und Bilder:  Eberhard-Schöck-Stiftung

eberhard-schoeck-stiftung.de