Fachkräfteaustausch im Bereich der historisch-politischen Bildung im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Moskau

Im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Moskau konzipiert und betreut der DRA im Auftrag des Berliner Senats seit 2011 regelmäßig Projekte im Bereich der Familien- und Jugendpolitik. In diesem Zusammenhang wurden über 45 Fachkräfte- und Jugendbegegnungen durchgeführt. Eine besonderen Stellenwert erfährt hier seit Jahren die Jugendgeschichtsarbeit. Vor diesem Hintergrund wurde auch im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018 ein Fachaustausch mit jeweils 7 Vertretern der Jugendgeschichtsarbeit aus Berlin und Moskau durchgeführt. Der russische Partner war das Staatliche Moskauer Gulag-Museum. Den Kern des Projektes bildeten jeweils eine Bildungsreise nach Moskau (21.05.-25.5.2018) und nach Berlin (11.06.-15.06.2018). Im Mittelpunkt der Austauschmaßnahmen standen vor allem Methoden und Projekte zur Aufarbeitung von Totalitarismus und Gewaltherrschaft in der Jugendarbeit (Stalinismus/NS).

In Moskau standen vor allem Termine in staatlichen sowie nichtsstaatlichen Einrichtungen auf dem Programm, wie im Staatlichen Moskauer Gulag-Museum, im Staatlichen Zentralen Museum für zeithistorische Geschichte, im Staatlichen Archiv für sozialpolitische Geschichte, in der Gedenkstätte in Butowo, im Memorial und im Sacharow-Zentrum. Mit den Moskauer Kollegen wurden dabei vor allem konzeptionelle Fragestellungen und Methoden der Jugendgeschichtsarbeit thematisiert.

In Berlin wurden die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, das Museum Topografie des Terrors, das Jüdische Museum, das Archiv des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, die Bundeszentrale für politische Bildung, die Gedenkstätten Sachsenhausen und Hohenschönhausen sowie der Reichstag besucht. Thematisiert wurden Probleme, Methoden und Projekte zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur in der Jugendbildungsarbeit.

Im Rahmen des Austauschs konnten sich die Fachkräfte vor allem zu aktuellen Methoden und Projekten in der Bildungs- und Gedenkstättenarbeit austauschen, welche die Kollegen in Moskau auch in ihre neue Ausstellung einfließen lassen werden. Der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen wurde ebenso Unterstützung beim Zugang zu Dokumenten der sowjetischen Speziallager auf deutschem Gebiet zugesagt. Auch mit Blick auf den hohen Anteil an Familien und Jugendlichen mit Prägung und Sozialisation durch die Sowjetunion, bietet die Partnerschaft mit dem Moskauer Gulag- Museum weiteres Potential für mögliche Kooperationen. Vor diesem Hintergrund wurden bereits für 2019 weitere Austauschmaßnahmen zur Aufarbeitung der sowjetischen Vergangenheit mit jungen Berliner Russlanddeutschen sowie Berliner Pädagogen erörtert. Eine positive Würdigung der Austauschmaßnahme im Rahmen des Themenjahres würde in Zukunft das Einwerben von Unterstützungsmöglichkeiten für deutsch-russische Bildungskooperationen im Jugendbereich zur Aufarbeitung von Totalitarismus und Gewaltherrschaft erleichtern.

Ansprechpartner:

Roman Elsner
Tel: (030) 446-6800
E-Mail: Roman.Elsner(at)austausch.org