Jugendaustausch zwischen dem Landkreis Wesermarsch und der Stadt Woronesch

Der Partnerschaftsvertrag zwischen der russischen Stadt Woronesch und dem Landkreis Wesermarsch wurde im Jahre 1988 von beiden Verwaltungen abgeschlossen. Im Jahre 1989 fanden die ersten Gespräche zur Ausgestaltung der wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und jugend-politischen Begegnungen statt. Die Kreisjugendpflege des Landkreises Wesermarsch als ein Baustein des Partnerschaftsvertrages wurde aufgefordert, den Jugendaustausch zwischen den beiden Partnern zu organisieren.

Im Frühjahr 1990 war es dann soweit. Eine Jugendgruppe aus der Partnerstadt besuchte erstmalig den Landkreis. Das war schon ein besonderes Ereignis, da 1989/1990 die Zeit des Umbruchs war. Glasnost und Perestroika haben diesen Prozess zwar positiv beeinflusst, jedoch waren die technischen und organisatorischen Voraussetzungen in beiden Ländern derart unterschiedlich, dass die Organisation eines solchen Besuches den Personen alles abverlangt hat. Zunächst war es Anspruch der russischen Seite Kinderfolkloregruppen zu schicken und der Landkreis hat nach dem ersten Besuch den Fokus darauf gerichtet, möglichst Kinder einzuladen, die ansonsten nie die Möglichkeit gehabt hätten, Deutschland zu besuchen.

In den Folgejahren wurden im Kinder- und Jugendbereich verschiedene andere Schwerpunkte gewählt, mit dem Austausch von Musikschulen und sportlichen Aktivitäten. Um die Jugendarbeit in den Ländern kennenzulernen, wurden Jugendgruppenleiter ausgetauscht und Projekte.

 In den Folgejahren wurden im Kinder- und Jugendbereich verschiedene andere Schwerpunkte gewählt, mit dem Austausch von Musikschulen und sportlichen Aktivitäten. Um die Jugendarbeit in den Ländern kennenzulernen, wurden Jugendgruppenleiter ausgetauscht und Projekte besichtigt. Beim heutigen Jugendaustausch geht es um Schwerpunkte wie die Vertiefung von Schule und Natur und interkulturelles Lernen.

Die Besuche finden in einem Jahr statt um die Intensität zu erhöhen. Die Teilnehmer wohnen in Gastfamilien und es findet ein direkter Austausch statt. Ein gemeinsamer Aufenthalt im Camp trägt zur Intensivierung der Beziehungen bei. Verbunden mit Aufenthalten in Moskau und Berlin wird versucht, den Jugendlichen auch die politischen Strukturen des jeweiligen Gastlandes näher zu bringen.

Der Jugendaustausch konnte über den gesamten Zeitraum kontinuierlich aufrechterhalten werden. Unabhängig von allen weltpolitischen Einflüssen zwischen Russland und anderen Staaten waren die Verantwortlichen immer der Meinung, dass das Verständnis der Menschen gestärkt werden muss. Wenn man sich kennt, kann man auch mit Konflikten ganz anders umgehen.

Im Laufe der Partnerschaft haben ca. 1.000 russische Jugendliche die Wesermarsch kennengelernt und ca. 600 deutsche Jugendliche sind nach Woronesch gereist. Mittlerweile können viele in Woronesch etwas mit der Wesermarsch verbinden, Alle haben einen Eindruck von den Ländern erhalten, dessen Kulturen; Mentalitäten und Strukturen sie nicht kannten. Sie haben Institutionen und Betriebe besucht und viel über die Arbeitsbedingen in den Firmen erfahren.

Sie haben Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen, die auch aufrecht erhalten wurden, als man Erwachsen wurde . Im Zeitalter der Digitalisierung sind die Kontakte viel einfacher geworden.

Die Zeiten haben sich derart verändert, dass es schwierig wird nur noch Jugendliche zu berücksichtigen, die sich einen Besuch ansonsten nicht leisten könnten. Der menschliche Kontakt ist nunmehr in den Mittelpunkt der Beziehungen gerückt, der ohne den Jugendaustausch nicht stattfinden würde.

Dies muss auch in der Zukunft weiter erfolgen, verbunden mit Themen für Jugendliche, die sie interessieren und bei denen sie viel über die Menschen im jeweiligen Land lernen können.

 

Ansprechpartner:

Landkreis Wesermarsch

Büsching-Czerny, Peter

Tel: 04401/927262

Mail: peter.czerny(at)lkbra.de