Schüleraustausch des Gustav-Freytag-Gymnasiums Gotha und der Schule Nr.1566 Moskau

Im Frühjahr 2012 konnte mithilfe des Gothaer Oberbürgermeisters und des ZDF-Korrespondenten im Studio Moskau Roland Strumpf eine erste Kontaktaufnahme zur Schule Nr.1566 in Moskau unternommen werden. Schnell fanden sich zehn Schülerinnen und Schüler, die sich im Oktober 2012 auf eine erste Reise nach Moskau begaben. Mit der darauf folgenden Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages durch beide Schulleiter wurde der Grundstein für eine erfolgreiche und nun schon sechs Jahre andauernde Partnerschaft gelegt, die trotz mancher organisatorischen Hürden und zunehmenden Schwierigkeiten auch in Zukunft weiter bestehen wird.

Im Frühjahr 2013 wurde die erste Moskauer Gruppe in Gotha begrüßt. Gemeinsam wurden die Vielfalt und der kulturelle Reichtum Thüringens erkundet. Immer werden die Begegnungen dazu genutzt, die Kultur und Sprache der anderen zu kennenzulernen und Kenntnisse darüber zu erweitern. So ist es wichtig, dass gemeinsame Aufgaben gelöst werden und auch bleibende Erinnerungen geschaffen werden.

Kultur schafft Nähe

Die 3.Gruppe war im Dezember 2015 zu Gast, ihr Ziel war es deutsche Adventsbräuche kennen zu lernen und auf die Spuren der Cranachs zu ergründen. In Zusammenarbeit mit Dr.Timo Trümper näherten die Teilnehmer dem Thema Beutekunst (Verbrachte Kunst) und erlebten eine beeindruckende Führung im Herzoglichen Museum. Im April 2016 besuchte die deutsche Seite Moskau zu der Zeit, als die Cranach-Ausstellung im Puschkin-Museum für große Beachtung sorgte. Ab Herbst 2016 wurden Bilder, die in einem gemeinsamen Projekt der russischen und deutschen Schüler entstanden sind, zuerst im Schloss Friedenstein, danach im Wirtschaftsministerium in Erfurt und anschließend in den Gothaer Stadtwerken, ausgestellt.

Im März 2017 wurde die 4. Gruppe in Gotha empfangen. Die Antwort folgte im September 2017 nach Moskau. Zusammen erlebten die Schüler Moskau erstmals bei einer Schifffahrt.

Momentan wird der Austausch der 5. Gruppe vorbereitet. Am 20. September landen die russischen Schüler in Berlin und sind danach eine Woche in Gotha. Diesmal ist eine gemeinsame Fahrt nach Dresden geplant.

Neben den Schülerbegegnungen wirkt die Partnerschaft sich auch in großem Maße auf den täglichen Fremdsprachenunterricht aus, es gelingt viel schneller Bezüge zur Realität in Russland und Deutschland herzustellen, die Teilnehmer erläuterten oft eigene Erlebnisse und bereichern so den Unterricht.

Russische Kulturgruppen zu Gast

2013 bereicherte die Rock 'n' Roll-Tanzgruppe der Schule die Europeade in Gotha, im Mai 2018 traten Tänzer des Ensembles Todes- des Studois Moskau-Marino der Tanzschule von Alla Duchowa zum Gothardusfest auf.

Deutsch-Russische Feldforschung

Der Schüleraustausch hat auch seine Auswirkungen auf den Unterricht in anderen Fächern, so beschäftigten sich zwei Schülerinnen der 11. Klasse im Rahmen einer Seminararbeit mit dem Thema „Vorurteile Jugendlicher in der deutsch-russischen Beziehung am Beispiel Gotha-Moskau“. Beide führten dazu verschiedene Umfragen durch und suchten nach Ursachen existierende Vorurteile.

Fazit

Einen Schüleraustausch über Jahre hinweg zu organisieren verlangt von allen Beteiligten Geduld, Ideenreichtum und eine Vielzahl von Helfern, die sich ebenso auf dieses Wagnis und Erlebnis einlassen. Dazu gehören aufgeschlossene Eltern, verständnisvolle zupackende Kollegen, Sponsoren vor Ort und ein Oberbürgermeister, der sich ebenso engagiert für Beziehungen nach Russland einsetzt. Ohne die Unterstützung des Freistaates Thüringen, der Stadt Gotha und der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch in Hamburg, wäre ein Schüleraustausch nicht realisierbar.

Quelle: Cornelia Bomberg