10 Jahre Soldatenfriedhof im Kaukasus

Über 130 tausend deutsche Soldaten starben zwischen Sommer 1942 und Herbst 1943 im Kampfgebiet zwischen Rostow am Don und dem Hochgebirge. Heute vor 10 Jahren, am 6. September 2008, wurde die deutsche Kriegsgräberstätte eingeweiht: Die Ansprachen hielten damals Volksbundpräsident Reinhard Führer, der Generalinspekteur der Bundeswehr Wolfgang Schneiderhan und der bayerische Staatskanzleiminister Eberhard Sinner.

Zur Gedenkfeier kam jetzt eine große Delegation am 25. August nach Apscheronsk: Über 40 Angehörige der Opfer, darunter eine Familie aus Mühldorf, deren Onkel gefallen ist,  waren unter den zahlreichen Gästen, zu denen Vertreter der Politik aus Deutschland und Russland, des Militärs und der Veteranen zählten. Mit zahlreichen kleinen Holzkreuzen mit dem bekannten Symbol des Vergissmeinnicht , die in einer Online-Gedenkaktion gestiftet wurden, setzte der Volksbund ein weiteres Zeichen des Friedens.

Schneiderhan konnte drei Erkennungsmarken von Gefallenen an deren Angehörige übergeben. Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Dr. Hans-Peter Bartels erinnerte an den Fußballer Adolf Urban des FC Schalke, der damals deutscher Fußballmeister war. Wenige Wochen, nachdem er im Berliner Olympiastadion vor 70 Tausend Zuschauern gegen Herta spielte, fiel er in Staraja Russa. Zum Abschluss der Feierstunde erteilte der evangelische Militärbischof Dr. Sigurd Rink den kirchlichen Segen.

Vorher hatten Gebirgsjäger aus Bad Reichenhall unter dem Kommando von Oberstleutnant  Nietsch im abgelegenen Gletschergebiet des Kaukasus zusammen mit russischen Soldaten nach Überresten von gefallenen Kameraden aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. Sie hatten dabei einen Friedhof der Wehrmacht mit bis zu 200 Gräbern geortet, deren Überreste – sollten sie gefunden werden, in den Friedhof aufgenommen werden.

Das Datum „6. September 2008“ erinnert auch den 93. Geburtstag von Franz Josef Strauß (+ 3.10.1988), der im Herbst 1942 zwischen Rostow und Stalingrad nach Erfrierungen an beiden Füßen aus dem Kampfgebiet ausgeflogen werden konnte. Im Dezember 1987 übernahm er die Schirmherrschaft über die Städtepartnerschaft Krasnaja Presnja-Denkendorf, die von Staatspräsident a.D. Michail Gorbatschow bei seinem Besuch in der Autobahngemeinde am 26. Juli 1993 eindrucksvoll bestätigt wurde.

Text und Bilder: Christian Holtz

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