Ein russisch-deutsches Projekt zum 100. Geburtstag des Dichters Johannes Bobrowski

aus Spiegeln beschoß uns das Licht
Johannes Bobrowski, aus „Im Strom“

Ein Dialog zwischen Sprache und Bild

Fotografie von
Dmitry Vyshemirsky

Gedichte von
Johannes Bobrowski

Schirmherr des Projekts: Michael Grunst, Bezirksbürgermeister Lichtenberg von Berlin

Das Projekt zum 100. Geburtstag des Dichters Johannes Bobrowski  findet im Rahmen des Kunst- und Kulturaustauschs der Städtepartnerschaft des Bezirks Lichtenberg von Berlin mit der Partnerstadt Kaliningrad | Russland statt.  Es besteht aus einer Fotoausstellung des Kaliningrader Künstlers Dmitry Vyshemirsky zu Lebensorten und Gedichten des deutschen Dichters Johannes Bobrowski sowie aus einem umfangreichen Begleitprogramm. Das Projekt knüpft an die, seit 2001 organisierten zahlreichen national wie auch international beachteten Projekte mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, Filmen und Gesprächen sowie Begegnungen mit bekannten Künstlerinnen und Künstlern, anerkannten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aber auch vielen interessierten Menschen aus Deutschland und der Partnerstadt Kaliningrad an. 

Im Zentrum der Ausstellung steht der Dialog zwischen Sprache und Bild.  Johannes Bobrowski, der bedeutende deutsche Lyriker und Erzähler, wurde 1917 in Tilsit geboren, in Königsberg ging er zur Schule. Beide Orte gehören heute zur Kaliningradskaja Oblast, in beiden Orten gedenkt man des 1965 in Berlin verstorbenen Autors. Aus erschütternder Erfahrung im Zweiten Weltkrieg und dem tiefen Bewusstsein der historischen Schuld der Deutschen gegenüber den Völkern Osteuropas entwickelte Johannes Bobrowski sein literarisches Programm. Es ging ihm, auf höchstem sprachlich-stilistischem Niveau, um eine poetische Beschreibung der osteuropäischen Kultur- und Geschichtslandschaft. Und es ging ihm darum Vergessenes zu erinnern und durch Gedichte und Prosaarbeiten zur Versöhnung und Verständigung zwischen den Völkern beizutragen.

Als Dmitry Vyshemirsky, geb. 1958 in Shitomir, Ukraine, 1960 nach Kaliningrad kam, lag die Stadt (bis 1946 Königsberg) größtenteils in Trümmern. Vyshemirsky beschäftigte sich seit den späten 80er nicht nur mit der Geschichte Kaliningrads, sondern auch mit der wechselvollen Geschichte Russlands. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört die Fotoserie „Spuren des Gulag“, die in der Zeit der Perestroika  an Orten der stalinschen Lager im Norden der Sowjetunion entstand, sowie „Königsberg verzeih“  und „post“, die dem östlichen Teil  Preußens bzw. der Geschichte des Kaliningrader Gebiets gewidmet sind.

Den deutschen Dichter Johannes Bobrowski entdeckt der Kaliningrader Fotograf durch eine Ausstellung im Jahre 2000. Vyshemirsky will wie Bobrowski an Vergessenes erinnern und vor dem Hintergrund der Geschichte Kaliningrads zur Verständigung zwischen den Völkern beitragen. In der Ausstellung wird erstmals eine größere Auswahl von fotografischen Arbeiten des Ergebnisses seines Dialogs mit dem Dichter gezeigt.

Dmitry Vyshemirsky lebt und arbeitet seit 2015 freiberuflich in Berlin.  Seit 1990 ist er  Mitglied der „Russian Society of Art Photographers“. Zahlreiche Ausstellungen in Russland, Europa und den USA sowie Veröffentlichungen von Fotoalben machen seine künstlerischen Arbeiten international bekannt. Seit den 80er Jahren entstehen Serien u.a. zum post-deutschen und post-sowjetischen Kulturraum der Region Kaliningrad.  www.vyshemirsky.com

Ausstellung vom 12. Oktober 2018 bis 25. November 2018
in der Galerie Kulturhaus Karlshorst

und im Rathaus Lichtenberg von Berlin

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

Projekt des Kunst- und Kulturvereins ART - interWall - e.V. wird im Rahmen des Kunst- und Kulturaustauschs der Partnerstädte Lichtenberg von Berlin und Kaliningrad durchgefürt und vom Bezirkskulturfonds Lichtenberg gefördert.

Für die Zusammenarbeit und Förderung des Projekts mit Ausstellung, Programm und Katalog danken wir:

Bezirksamt Lichtenberg von Berlin | Abt. Personal, Finanzen, Immobilien und Kultur |
Amt für Weiterbildung und Kultur |  Fachbereich  Kunst und Kultur | Kulturhaus Karlshorst

Für die Zusammenarbeit und Unterstützung danken wir:

Johannes-Bobrowski Gesellschaft e.V.
DRA e.V. (Deutsch-Russischer Austausch)
„Deutsches Kulturforum östliches Europa“
Stiftung „West-Östliche Begegnungen“
OSTEUROPAZENTRUM BERLIN-VERLAG

Dank für die Förderung des Katalogs an: ZEIT-Stiftung.

Text:   Brigitte Graf, Projektleiterin und Kuratorin