Musikalische Brücken bauen - die Internationale Tschaikowski-Akademie Jekaterinburg

Die Internationale Tschaikowski-Akademie Jekaterinburg ist eine internationale Orchesterakademie für junge MusikerInnen mit Schwerpunkt Russland - Deutschland. Dieses Kooperationsprojekt zwischen dem Berliner Kulturunternehmen RCCR Projects und der Sverdlovsker Philharmonie findet seit 2014 alljährlich statt und setzt sich zum Ziel, junge MusikerInnen verschiedener Herkünfte in einem Arbeitsprojekt von knapp 2 Wochen (1.-12.Juli) zusammen zu führen, bei dem die TeilnehmerInnen unter der Leitung bedeutender Dozenten- und Künstlerpersönlichkeiten ein anspruchsvolles musikalisches Programm erarbeiten und durch mehrere Konzerte der Öffentlichkeit präsentieren.

Zudem treten die jungen MusikerInnen durch außermusikalische Rahmenveranstaltungen in Gedankenaustausch und erhalten so einen Eindruck der jeweils anderen Kultur und ihren Besonderheiten.

Eingeladen zur Teilnahme an der Internationalen Tschaikowski-Akademie sind junge MusikerInnen im Alter zwischen 18-30 Jahren, die in Russland oder Deutschland studieren bzw. bereits Mitglied eines Klangkörpers sind. Die TeilnehmerInnen aus Deutschland werden in einem speziellen Auswahlverfahren in Zusammenarbeit mit deutschen Musikhochschulen und führenden Instrumentalprofessoren sowie renommierten Orchesterakademien ausgesucht.

Erster Höhepunkt der Tschaikowski-Akademie war die Arbeitsphase im Sommer 2017, bei der unter der Leitung des renommierten Dirigenten Bruno Weil Werke von Beethoven, Tschaikowski und Pärt erarbeiteten wurden. 3 verschiedene Solisten aus Japan, Weißrussland und Russland spielten das Klavierkonzert von Tschaikowski und trugen jeweils neue musikalisch-interpretatorische Ansätze an das junge Orchester heran.

Insgesamt gab das Orchester 5 Konzerte: 3 davon in der Ural-Region mit Konzerten in der Jekaterinburger Philharmonie (u.a. im Rahmen der INNOPROM-Messe) und in Alapajewsk, einer Stadt südlich von Jekaterinburg in der Tschaikowski selbst einige Jahre lebte und dadurch Eindrücke in das Leben des Komponisten aus erster Hand vermittelt wurden.

Als Gegenpart konzertierte das Orchester in Berlin mit zwei Konzerten in der Russischen Botschaft Unter den Linden sowie im bereits Wochen vorher ausverkauften Konzerthaus Berlin. Das Konzert im Rahmen des Festivals Young Euro Classic wurde live über Arte.tv gestreamt und erreichte über 100.000 Aufrufe.

Die Akademie wurde 2017 mit Unterstützung des Auswärtigen Amts und der Sverdlovsker Region realisiert. Dieses facettenreiche Begegnungsprojekt wurde als besonderes Ereignis im Ural eingeschätzt. Die sehr positiven Beurteilungen von Teilnehmern der Akademie sowie der Presse in Russland und Deutschland führte dazu, dass die Tschaikowski-Akademie auch in 2018 durch das Auswärtige Amt unterstützt wird. 2018 konzentrierte sich die Akademie auf Jekaterinburg und die weitläufigere Uralregion.

Als künstlerischer Leiter und Dirigent konnte der jungen deutsche Dirigent Christoph Gedschold, 1. Kapellmeister des Gewandhausorchester Leipzig, gewonnen werden. Solistin war die aus Korea stammende Geigerin Hyeyoon Park, die in Deutschland aufgewachsen und studiert hat und mit 17 Jahren als jüngste Gewinnerin in der Geschichte den renommierten ARD-Wettbewerb gewonnen hat.

Für die Internationale Tschaikowski-Akademie 2018 wurde ein besonderes Konzept erarbeitet, welches sich mit der deutschen Geschichte im Ural auseinandersetzt und den jungen TeilnehmernInnen näher bringt. Das erste Konzert fand am 8. Juni 2018 in der knapp 400 km nördlich von Jekaterinburg entfernten Stadt Krasnoturinsk statt, welche seit 1941 von deutschen Kriegsgefangenen maßgeblich aufgebaut wurde und durch den Bau eines Aluminiwerks zum Reichtum der Stadt beitrug. Die jungen MusikerInnen der Akademie besuchten dazu im Vorfeld des Konzerts das Stadtmuseum und trafen sich mit Nachfahren der deutschen Kriegsgefangenen zu einer Diskussionsrunde. Im Anschluss eröffnete das Internationale Tschaikowski Jugendorchester im Kulturpalast Krasnoturinsk einen neuen regionalen Konzertsaal. Die Reaktion und Dankbarkeit der Zuhörer im Anschluss an das Konzert war für alle Teilnehmer ein überwältigendes Ereignis und ließ die Strapazen der Reise vergessen.

Treffen und Diskussionen mit jungen StudentInnen aus Jekaterinburg sind eine feste Tradition der Akademie. 2018 organisierten junge StudentInnen der Jekaterinburger Akademie für zeitgenössische Kunst (EASI) eine Führung durch das Industrieviertel „Uralmash“ mit seiner markanten Architektur des Konstruktivismus. Anschließend fand man sich in Räumlichkeiten der Akademie zur Diskussion unter dem Thema „Rolle eines Kulturschaffenden in der modernen Welt“ zusammen.

Abgeschlossen wurde die Akademiephase mit einem Konzert in Rewda, einer Kleinstadt im Umkreis von Jekaterinburg sowie einem Galakonzert im Großen Saal der Philharmonie Jekaterinburg. Dieses Abschlusskonzert fand wie in den Jahren zuvor im Rahmen des Kulturprogramms der „INNOPROM-Messe“ statt. Auch 2018 wird das Konzert per Livestream weltweit zu verfolgen sein. Des Weiteren nehmen die jungen MusikerInnen an Fernseh- und Radiosendungen teil, finden sich dazu zu neuformierten Ensembles zusammen. Konzertübertragungen in Form von Livestreams tragen die künstlerische Arbeit zudem in die ganze Welt hinaus. 

Für 2019 plant die Tschaikowski-Akademie ihr bis dato größtes Projekt in einer Zusammenarbeit mit der Nordwestdeutschen Philharmonie und der Erarbeitung von Richard Strauss’ epochalen Werk „Eine Alpensinfonie“.

 

Ansprechpartner:

Nikolaus Rexroth

nikolaus.rexroth@rccr-projects.de

 

Mehr Informationen unter: www.rccr-projects.de/cms/