Oranienbaum/ Anhalt und Oranienbaum bei Sankt Petersburg auf den Spuren ihrer gemeinsamen Vergangenheit

Dass zwei Städte in unterschiedlichen Ländern denselben Namen tragen, ist an sich nichts Besonderes. Wenn diese Orte sich aber in Deutschland und Russland befinden, ist das schon ungewöhnlicher.

Die deutsche Stadt Oranienbaum wurde in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts im Kleinstaat Anhalt-Dessau durch eine Niederländerin gegründet und von einem niederländischen Baumeister entworfen und hat durch diesen Hintergrund enge historische Verbindungen zu den Niederlanden und anderen europäischen Staaten. Zu diesen zählt auch Russland, wo die Stadt Lomonossow bei Sankt Petersburg bis 1948 Ораниенбаум hieß und wo noch heute die Eisenbahnstation und vor allem die ehemalige Residenz Alexander Menschikows mit ihrem beeindruckenden Schloß- und Parkensemble diesen Namen tragen.

Der Kulturbund Oranienbaum ist eine Vereinigung interessierter Bürger, die sich zur gemeinsamen Gestaltung ihrer kulturellen Aktivitäten zusammengeschlossen haben.

Er bereichert durch seine vielseitigen Aktivitäten nachhaltig das kulturelle Leben der Kleinstadt. Insbesondere aber hat er den Schwerpunkt seines Wirkens auf die Erforschung und Pflege der Geschichte Oranienbaums gelegt. Deshalb war schon lange eines seiner Anliegen, Kontakte zur Namensschwester in Russland aufzunehmen, was mit Hilfe der offiziellen Partnerstadt Lomonossows – Oberursel – im Jahr 2011 auch gelang.

Seit dem existiert eine fruchtbare Zusammenarbeit von Kulturbund und dem Verein "Kalinka", mit dem gemeinsam u.a. wechselseitige Besuche im jeweils anderen Oranienbaum organisiert wurden. Die begleitenden Ausstellungen stellten die Städte einander vor und waren das Resultat einer Kooperation mit dem Stadtmuseum Lomonossow. Diese Veranstaltungen, an denen auch Vertreter der regionalen Politik teilnahmen, fanden große Beachtung in Presse und Funk.

In jüngster Vergangenheit entstanden zwei neue Ideen der Zusammenarbeit. Die eine, die Herausgabe einer zweisprachigen Publikation zur Geschichte der beiden Oranienbaums konnte im Juni dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen werden. In Gemeinschaftsarbeit mit dem Lomonossower Museum und mit finanzieller Unterstützung der Kulturbund-Stiftung und der Stadt Oranienbaum  erschien das Buch "Oranienbaum. Ein Name – zwei Städte".

Die Schloss- und Parkanlagen der beiden Orte gehören in ihren Ländern zu UNESCO Weltkulturerbestätten: der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz einerseits und dem Staatlichen Schloss- und Parkensemble Peterhof andererseits. Deshalb lag die zweite Idee, eine Kooperation zwischen beiden Einrichtungen anzuregen, nahe. Als Resultat dieser Initiative folgte eine Einladung zur Teilnahme an der feierlichen Wiedereröffnung des restaurierten Chinesischen Palastes in Ораниенбаум anlässlich seines 250jährigen Bestehens nach Gründung durch die aus Anhalt-Zerbst stammende Zarin Katharina die Große.

Mit Katharina der Großen ist auch ein weiteres Projekt für die Zukunft verbunden. Ihr Aufruf zur Auswanderung nach Russland blieb auch im deutschen Oranienbaum nicht ungehört. Nachdem 1766 85 Bürger der Stadt dem Lockruf gefolgt waren, gelangten sie zunächst über Lübeck auf dem Seeweg ins russische Oranienbaum. Für die Erforschung ihres Schicksals sollen Schüler der beiden Orte gewonnen werden.

Für dieses und auch andere Vorhaben wird eine Zusammenarbeit mit der Stadt Zerbst (wo im 18. Jhd. eine Sammelstelle für die Auswanderer existierte), insbesondere dem Förderverein für das dortige Schloss angestrebt.

 

Ansprechpartner:

Kulturbund Dessau-Wörlitz e.V.

Ortsgruppe Oranienbaum

Marlies Ross (Vorsitzende)

Telefon: (034904) 20140

Mail: mh.ross(at)t-online.de

Web: http://oranienbaum.de/stadt/vereine/vereine/kulturbund-oranienbaum

        http://www.kulturbund-sachsen-anhalt.de