Völkerfreundschaftsdenkmal in Leipzig/Ural

Im Südural, an der Grenze zu Kasachstan liegt eine russische Siedlung Leipzig. Der Integrationsverein Leipzig-Brücke der Kulturen e.V. besuchte seit 2010 bereits mehrfach die Siedlung im Ural und knüpfte Freundschaftsbänder mit dem Kulturdezernenten des Landkreises Verna, der Bürgermeisterin von Leipzig, der Leitrein des Kulturhauses und vielen anderen. Ebenso reisten aber auch Schulklassen aus dem Ural nach Deutschland. So wurden u.a. viele Fotoausstellungen organisiert, bei denen die russischen Kinder ihre Heimat vorgestellt haben, Vorträge gehalten und auch die Leitung des Sportunterrichts in der Schule wurde von den russischen Gästen übernommen.

Im Rahmen des Projektes Leipzig im Ural bekam der russische Journalist und Filmemacher Nasur Yurushbaev die Idee für ein Denkmal. Er wollte das Leipziger Völkerschlachtdenkmal im Ural nachbauen lassen.

„Das Projekt dient dem historischen Gedenken und der Festigung und Erhaltung der freundschaftlichen Bande zwischen Deutschland und Russland. Im Oktober 1813 kämpften 127.000 Soldaten der russischen Armee in der Völkerschlacht bei Leipzig. 22.000 von ihnen gaben ihr Leben für die Freiheit Europas. Zum Gedenken an die Kosaken und an alle anderen Soldaten der russischen Armee und darüber hinaus alle Soldaten der Allianz möchten wir das Völkerschlachtdenkmal im Maßstab 1:25 auf den asiatischen Kontinent, hinter die Berge des Ural, in die Siedlung Leipzig tragen,“ sagt Nasur Yurushbaev.

So wurde das Fundament für ein Völkerfreundschaftsdenkmal gelegt.
2016 bereitete eine Delegation aus Deutschland den Denkmalsbau vor.  Ende August 2017 entstand dann das Völkerschlachtdenkmal nach dem Entwurf des leipziger Künstlers Michauel Fischer-Art in der Werkstatt der Firma Holl. Es wurde mit vereinten russisch-ukrainisch-deutschen Kräften in neuer Interpretation nachgebaut und zum Jubiläum 175 Jahre Leipzig im Ural eröffnet.

„Es ist ein Leuchtturm der Freundschaft zwischen Kontinenten, Kulturen und Völkern. Wir sollten Brücken bauen, Denkmäler. Wir sollten gemeinsam singen, tanzen, uns besuchen. All das wollen wir.“ – sagte Nasur Yurushbaev, Initiaor und Leiter des Projekts. In Zeiten angespannter Beziehungen zwischen Deutschland und Russland möchte die Bürgerinitiative mit diesem Denkmal eine Brücke der Freundschaft und des Friedens schlagen.

In Zukunft sollen die Kontakte zwischen den Bürgern beider Leipzigs ausgebaut werden. Es werden viele weitere Treffen folgen und auch der „Brief“- Kontakt zwischen den Schülern, aber auch Erwachsenen wird immer aktiver.  Ende Mai 2018 wird wieder eine Gruppe aus Sachsen nach Leipzig fahren und sich um Renovierungsarbeiten des Kulturhauses und des Kindergartens kümmern.
 

Quellen: leipzig-im-ural.moct.eu/language/de/