Der Förderverein Kinderheim Malachowa in Tutajev/Russland e.V. baut in Russland am deutsch-russischen Freundschaftshaus

Die Liebe ist die stärkste Waffe der Menschheit, um persönliche und gesellschaftliche Wandlungen zu erreichen. (Martin Luther King) - So arbeitet unser Verein sein über 20 Jahren daran, dass Menschen aus Russland und Deutschland sich kennenlernen, respektieren und schätzen.

„Nie wieder Krieg“, das war der Wunsch von Gebhard Betz. Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft aus Russland, wollte er den russischen Menschen Danke sagen, ohne die kein Gefangener überlebt hätte. So lernten wir dort Menschen kennen, schickten Hilfstransporte nach Tutajev bauten für Waisenkinder zwei Steinhäuser mit fließend Wasser und Kläranlage.Doch dies alles war nur ein Bogen um zur eigentlichen Aufgabe zu kommen.

Führt man Krieg gegeneinander, wenn man sich kennt, schätzt und respektiert, Nein. So begann der Verein, deutsche und russische Menschen zusammenzuführen. Es wurden Treffen organisiert, in Deutschland und in Russland. Die Bürgermeister beider Städte trafen sich. Vor 11 Jahren begann nun der Jugendaustausch, der jedes Jahr, im Wechsel in Russland und Deutschland stattfindet. Gemeinsam arbeiteten wir die furchtbare Zeit des Krieges auf, besuchten Grabstellen in Tutajev, wo Kriegsgefangene, Bürger der Stadt und Kinder aus St. Petersburg liegen.

Frieden in der Welt ist das wichtigste, was die Menschen brauchen. Nur über das Kennenlernen und gegenseitigen Respekt kommt und bleibt Frieden. Jung und Alt arbeiten gemeinsam an Versöhnung, Verständigung und Freundschaft. In Russland bauen wir gemeinsam an unserem deutsch-russischen Freundschaftshaus, so dass es einmal zum Treffpunkt für Jung und Alt aus der ganzen Welt werden soll.

„Russland ist ein Land der Zäune“ so hört man immer wieder. „Diese Zäune sind dazu da, dass nichts gestohlen wird“, erklärten mir die russische Begleiterin der Jugendlichen, als ich mich weigerte einen Zaun um unser Freundschaftshaus in Tutajev zu bauen. 2006 hatte unser Verein ein kleines Holzhaus gekauft, das deutsche und russische Jugendliche gemeinsam Stück für Stück zur Begegnungsstätte für Jung und Alt aus der ganzen Welt ausbauen. Nun gibt es auch einen Zaun, aber einen ganz besonderen. Jeder Mensch, der das Haus besucht darf eine Zaunlatte bemalen. Es entsteht ein Freundschaftszaun, den die Menschen von innen aus betrachten sollen. Kein Zaun der Trennung, sondern einen Zaun der Neugierde erweckt, und den Wunsch, auch Mitglied dieser Gemeinschaft zu sein. Der Gemeinschaft des Friedens, der Toleranz und des Respekts.

Und wer hat diesen Zaun von Innen schon betrachtet und auch eine Zaunlatte bemalt?

Der 70 jährige Marathonläufer, der jedes Jahr den Marathon mitläuft, um uns seine gewonnene Medaille überreichen zu können; die 80 jährige Oma, sie erlebte die deutschen Kriegsgefangenen, die in Tutajev bei Familien lebten, mit ihr stellten wir zusammen ein Kreuz an der Begräbnisstätte von deutschen Kriegsgefangenen, Tutajever Bürgern und Kinder aus St. Petersburg , die der Umzingelung der deutschen Wehrmacht entkommen sind und trotzdem an Erschöpfung starben auf; die Jugendlichen aus Tutajev, und aus ganz Deutschland, die beim Work-Camp teilnahmen; der Bürgermeister aus Tutajev, der sich Zeit nahm, sein Zaunelement auf Deutsch zu beschriften; die Nachbarin Ludmilla, die unser Haus während unserer Abwesenheit versorgt; die Künstler aus Moskau, die die wunderschöne Landschaft von Tutajev malen; Lida, die Lehrerin aus dem Ort und ihr Enkel, die helfen mit den Besorgungen von Werkzeug, Milch und Käse vom Bauer; der Besitzer des Wasser- und Abwassersystems, der unser Haus unentgeltlich an Wasser und Gas anschloss und mit dem wir nun gemeinsam eine Binsenkläranlage für unser Haus und für die Häuser der Nachbarschaft planen. Dies wäre die erste Kläranlage auf der linken Seite der Wolga.

Viele Menschen kamen, malten und redeten während sie den Zaun von Innen betrachteten. Ein Zaun des Trennens, der Abschottung? Bei weitem nicht! Er hilft, Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und Freundschaften zu schließen.

 

Ansprechpartner:

Förderverein Kinderheim Malachowa in Tutajev/Russland e.V.

Irmhild S. Betz-Haberstock

Tel: 0173-9163654

Mail: info@malachowa.com