Die Arbeit der Zivilorganisation „Leben ohne Tränen" in Machatschkala / Dagestan vorgestellt

Seit 2012 besteht ein Austausch über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und der Arbeit für diesen Personenkreis zwischen den Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) in Oldenburg (Oldb.) und der Zivilorganisation „Leben ohne Tränen" in Machatschkala, Dagestan. Ziel der Kooperation ist es, theoretische und praktische Erfahrungen in der Behindertenhilfe zu teilen. Entstanden ist der Kontakt durch die Initiative der Gesellschaft Deutschland-Russland/Dagestan – Region Oldenburg e.V. (GDRD Oldenburg), Mitglied im Bundesverband Deutscher Ost-West Gesellschaten e.V. Der Bundesverband, und mit ihr das Mitglied GDRD Oldenburg, unterstützt und organisiert die regelmäßigen Treffen zwischen den Partnerorganisationen.

Als praktische Umsetzung des lnklusionsgedankens stieß die Organisation des Cafe Kurswechsels der Teilhabe Arbeit und Bildung gGmbH ( 100%ige Tochtergesellschat der GWO) auf russischer Seite auf besonderes Interesse. Das Cafe bietet unter arbeitsmarknahen Bedingungen Qualifizierungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen an. Um Kommunikationsbarrieren abzubauen kommt in dem Gastronomiebetrieb durchgängig ein Symbolsystem zum Einsatz. In Anlehnung an das Konzept des Cafe Kurswechsel wird nun im September 2018 in Machatschkala ein Cafe mit gleicher Zielsetzung eröffnet.

Die Zielsetzung, Menschen mit Behinderung unter fachlicher Anleitung auf das Berufsleben vorzubereiten und zu qualifizieren, wird im Oldenburger Cafe Kurswechsel seit dem Jahr 2010 erflogreich durchgeführt und baut somit aktiv Barrieren der Teilhabe im beruflichen Leben und inmitten der Gesellschaft ab. Den im Cafe beschäftigten Menschen wird die Möglichkeit geboten, dass sie sämtliche Tätigkeiten vollständig übernehmen können (u.a.: der Service, die Zubereitung der Speisen, der Thekendienst, die Kasse etc.). Erreicht wird dies durch Einsatz eines Symbolsystems, das parallel zur Schrift eingesetzt wird. Dies bietet den Mitarbeitenden mit Behinderung die Chance, eine Bestellung aufzunehmen, auch wenn sie nicht lesen und schreiben können. Aber auch Kunden, die Schwierigkeiten mit dem geschriebenen Wort haben, dient es als Unterstützung.

Sowohl Deutschland (2009) als auch Russland (2012) haben die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ratifiziert. Durch die Ratifizierung wurden zusätzliche Garantien für Sicherheit, Schutz und Entwicklung der sozialen und wirtschaftlichen Rechte von Behinderten manifestiert. Trotz großer Bemühungen diese umzusetzen, haben Menschen mit Behinderungen durch vielfältige Barrieren jedoch immer noch einen sehr eingeschränkten Zugang zu fast allen Lebensbereichen. Der Wille, der in der UN-BRK zum Ausdruck kommt, muss in der Praxis mit Leben gefüllt werden.

Internationale Austausche und enge Kooperationen ermöglichen auch immer den Austausch von Best-Practice-Beispielen für die verschiedensten Bereiche des Lebens. In diesem Fall hat der langjährige Austausch zwischen den GWO und dem Verein „Leben ohne Tränen“ nun zu einem ersten praktisch greifbaren Ergebnis geführt: In Machatschkala wird ein Cafe eröffnet, dass sich an die Konzeption des Oldenburger Cafes Kurswechsels anlehnt und so laut Aussage der Vorsitzenden des Vereins, Frau Ayshat Gamzaeva, das erste dieser Art in Russland wird.

Dieses Cafe wird also auch in Dagestan/ Russland dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung eine sichtbare Dienstleistung erbringen können und dazu beitragen, dass sie als wertvolle Mitglieder innerhalb einer Gesellschaft ihre Anerkennung finden.

Ansprechpartner:

Gerhard Wessels, Vorstand

Gemeinnützige Werkstätten Oldenburg e.V., Rennplatzstraße 203, 26125 Oldenburg

Tel. 0441-3405110, Fax 0441-3405137

Email: gerhard.wessels(at)wfbm-oldenburg.de