Fachtagung Mukoviszidose Stuttgart - Samara

Zum Thema „Lungenerkrankungen und Mukoviszidose bei Kindern und Jugendlichen“ finanzierte die baden-württembergische West-Ost-Gesellschaft (WOG) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit und der medizinischen Universität Samara eine Fachtagung mit anschließendem klinischem Teil in der Stuttgarter Partnerstadt.

Die Erbkrankheit Mukoviszidose stellt für Betroffene und deren Angehörige eine große Belastung im Alltag dar. Auch wenn die Krankheit leider noch immer nicht heilbar ist, und vor allem im Kindesalter oft tödlich verlief, gibt es doch erhebliche Verbesserungen bei der Therapie. Die positive Folge ist eine stetige Verlängerung der Lebenszeit für die jungen Patientinnen und Patienten bis ins Erwachsenenalter. Daher ist der Know how - Austausch auf diesem Gebiet für die Klinken von großer Bedeutung. Der Stuttgarter Oberarzt a.D., Kinderarzt und Mukoviszidose- Spezialist Dr. Stephan Illing nutzte den Aufenthalt zu mehrtägigen intensiven Kontakten und Besprechungen in der dortigen Kinderklinik Nr. 1 „Iwanowa“ und der Seredawin - Klinik.

Dem Ziel weiterer Fortschritte dient ein Vertrag zwischen der Kinderklinik Nr. 1 in Samara und der WOG, die in den letzten Monaten kontinuierlich in die Realität umgesetzt wurde. Im Beisein von Gesundheitsminister Gridasov des Gebiets Samara und einer kleinen Delegation der WOG wurden die vorgenommenen Investitionen am 2. Oktober des Jahres anlässlich eines kleinen Festakts der Öffentlichkeit vorgestellt.

Rund 160.000. Euro konnten für das Projekt von der WOG und dem Gesundheitsministerium Samara aufgebracht werden. 50% davon kommen aus dem Nachlass des verstorbenen Stuttgarter WOG- Mitglieds Klaus Müller, der ein großer Freund der Kinderklinik in Samara war. Damit dürfte es sich um eines der größten zivilgesellschaftlichen Projekte im Bereich der Medizin im Rahmen des Deutsch-Russischen Gesundheitsabkommens der letzten Zeit handeln.

Gesundheitsminister, Stadt Samara, Chefärztin Olga Galachowa und der Vorsitzende der WOG, Jörg Tauss, würdigten diese vorbildliche deutsch-russische Zusammenarbeit auch auf zwischenzeitlich weiteren Gebieten der Medizin, die auch in den nächsten Jahren weitergeführt werden wird.

Was ist Mukoviszidose?

Mukoviszidose (lat.: mucus = Schleim, viscidus = zäh) ist die häufigste angeborene Stoffwechselerkrankung. Infolge eines Gendefekts kann sich in vielen Organen des Körpers, beispielsweise in der Lunge, ein zähflüssiger Schleim bilden, der schwere Krankheitserscheinungen bis hin zum Tod verursachen kann. Das Ausmaß der Organschädigungen ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Neue Therapieansätze lassen aber mittelfristig eine deutlich verbesserte Lebenserwartung erhoffen. Dies stellt auch besondere Herausforderungen an den Übergang von der Kindermedizin hin zur Erwachsenenmedizin. Die entsprechende Forschung ist in vollem Gange. Die jetzt erfolgten Investitionen an der Kinderklinik Nr. 1 (siehe Artikel) betreffen unter anderem Ultraschall- Diagnostiksysteme, Videogastroskope etc.

Text und Bild:  Herr Jörg Tauss, Vorsitzender der West-Ost-Gesellschaft in Baden-Württemberg e.V.(WOG)