Kooperation zwischen der Johanniter-Akademie Niedersachsen und dem Territorialen Zentrum für Katastrophenmedizin in Perm

Seit mehreren Jahren kooperiert das Land Niedersachsen mit der Region Perm. Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen im Umweltschutz, in der Wissenschaft, Technik und Landwirtschaft, im Kultursektor und Gesundheitswesen sowie in der Aus- und Weiterbildung des Verwaltungspersonals. Außerdem fördert Niedersachsen Projekte in den Bereichen Brand- und Katastrophenschutz, Sport, Justiz, Umweltschutz und Germanistik.

Das Interregierungsabkommen zwischen dem Niedersächsischen Landtag und der Regierung des Gebietes Perm besteht bereits seit 1993. Im Rahmen dieses Abkommens gibt es eine Kooperation zwischen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Niedersachsen/Bremen und der staatlichen Gesundheitseinrichtung Territoriales Zentrum für Katastrophenmedizin Perm/Russland. „Wir waren auf diesem Gebiet Pioniere, nun läuft dieser Austausch schon viele Jahre und ist eine feste Konstante geworden“, betont Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie. „Gegenseitiger Austausch von fachlichem Know-how fördert ebenfalls das bürgerliche Verständnis zwischen Russland und Deutschland, davon profitieren beide Seiten.“ Im Jahr 1995 war eine Ärztedelegation aus Perm an der Johanniter-Akademie in Hannover zu Gast.  Im Anschluss  an den Besuch wurde von beiden Seiten der Wunsch nach einer intensiveren Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Rettungsfachpersonal und der Erste-Hilfe-Ausbildung geäußert. Die Niedersächsische Landesregierung sowie der Bundesverband der Johanniter unterstützten 1996 mit einer Basisausstattung für die Schule für Katastrophenmedizin (SMK) in Perm sowie bei der Ausbildung von Multiplikatoren vor Ort.

In den Folgejahren wurde der Aufbau der SMK in Perm fachlich durch die Johanniter-Akademie begleitet. Gegenseitige Besuche, Vorträge auf Symposien in Hannover und in Perm sowie pragmatisches Anpacken bei gemeinsamen Projekten charakterisieren die Partnerschaft. Heute findet die Zusammenarbeit nicht nur bei Schulungen mit Funktionsträgern, Medizinern und Rettungsdienstpersonal statt, sondern angehende Notfallsanitäter/-innen (Notfallsanitäterschüler) der Johanniter-Akademie hospitierten 2017 in Perm und nehmen 2018 erstmalig am dortigen Rettungswettbewerb in Perm teil.

Dieser fachliche Austausch von Nachwuchskräften soll auch der Projektschwerpunkt in den folgenden Jahren sein.

Die Partnerschaft besteht nunmehr seit 23 Jahren. Sie wird von den Menschen getragen. Es ist aber nicht allein die Kontinuität, die zählt. Es ist ein gegenseitiges Vertrauen gewachsen, das auf Respekt und Akzeptanz, auf gegenseitigem Lernen und Annehmen von Erfahrungen sowie Wissen beruht. Damit wird wahre Nachhaltigkeit erzeugt, eine Nachhaltigkeit, von der beide Seiten profitieren. Der interkulturelle Dialog wird hier leibhaftig gelebt. Alle Beteiligten – ob Leiter/-in, Rettungsprofi, Schüler/-in – schätzen einander und tauchen in die Kultur des anderen ein. Dieser Austausch prägt und beflügelt einfach alle.

Auch in diesem Jahr reiste auf Einladung des Johanniter-Akademie Bildungsinstitut  eine russische Delegation aus Fachärzten und Lehrkräften des Territorialen Zentrums für Katastrophenmedizin Perm zu einem fachlichen Austausch rund um den Rettungsdienst nach Deutschland. Ein vielfältiges Aufenthaltsprogramm mit Besichtigungen verschiedener Gesundheitseinrichtungen in der Stadt Hannover und diversen Fachvorträgen stand auf dem Plan. Auch war die Delegation in der Rettungswache der Celler Johanniter im Behrenskamp zu Gast und nahm dort an einem Seminar zum Thema „Kooperatives Lernen“ teil.

Webseite:   www.bildungsinstitut-nb.de

Quelle: Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Niedersachsen/Bremen