KUNST VERBINDET - ein zivilgesellschaftliches Kooperationsprojekt zwischen Bürgern und Einrichtungen aus Baden-Württemberg und Baschkortostan/ Russland

KUNST VERBINDET ist ein zivilgesellschaftliches Kooperationsprojekt zwischen Bürgern und Einrichtungen aus Baschkortostan und Baden-Württemberg. Ins Leben gerufen wurde die Zusammenarbeit von Frau Prof. Gerdi Sobek-Beutter, em. der MHS und Herrn Rechtsanwalt Bernt Sobek. Sie stehen als konzeptionierende Projektberater zur Verfügung.

Bereits 2014 besuchten vier Angestellte der WEK (Werkstätten Esslingen Kirchheim gGmbH) verschiedene Einrichtungen der Behindertenhilfe in Baschkortostan. Ziel dieses Besuchs war es, den fachlichen Austausch weiter voran zu treiben und die geknüpften Kontakte zu intensivieren. Für die Besucher aus Deutschland war insbesondere die Umsetzung der Förderung der Menschen mit Behinderung, mit den doch begrenzten Mitteln, beeindruckend.

Vom 27.01. bis zum 09.02.2017 waren junge Menschen mit und ohne Behinderung aus Salawat in Deutschland und probten gemeinsam mit Menschen mit Behinderung aus der WEK  und dem Inklusionstheater „Die Rapsoden“ aus Stuttgart das Theaterstück „Konferenz der Erfinder“. Die Aufführung fand im Friedrichsbauvarieté-Theater Stuttgart statt.

Bei dieser Art von Theater werden zunächst die speziellen Fähigkeiten der Schauspieler herausgefunden und diese dann in den Vordergrund gestellt. Der Regisseur Axel Clesle gibt kein Textbuch vor, lediglich die Szenerie. Dadurch kann die Kreativität und Fantasie frei entfaltet werden. Wichtige Elemente sind Musik und Geräusche. Somit konnten die russischen Schauspieler gut in das Stück eingebunden werden.

Auch 2017 war wieder eine Delegation bestehend aus Menschen mit und ohne Behinderung in Baschkortostan. Es wurden Theaterproben durchgeführt, Einrichtungen der Behindertenhilfe besucht und Erfahrungen ausgetauscht.

Das Projekt besteht weiterhin und vom 8. bis 16. Juni ist wieder eine deutsche Delegation in Baschkortostan und macht Station in Ufa, Salawat und Sterlitamak. Ein Besuch einer russischen Delegation ist für den Oktober geplant.

Nachhaltigkeit:

Das Projekt zeichnet sich durch die konstante Arbeit über mehrere Jahre hinweg aus. Es konnten bereits nachhaltige Veränderungen festgestellt werden. Über die Jahre des Austauschs zeigt sich in Baschkortostan eine Entwicklung im Umgang mit Menschen mit Behinderungen. Bei den ersten Treffen waren kaum Menschen mit Behinderung bei Vorträgen und Aufführungen dabei. Inzwischen ist es normaler geworden, dass mit Menschen mit Behinderung gesprochen wird und nicht über sie.

 

Inklusives Theater:

Die Besonderheit des inklusiven Theaters ist, dass wenige Vorgaben vom Regisseur kommen und die Schauspieler ihre Kreativität und Fähigkeit einbringen können. Man orientiert sich an den Schauspielern, legt den Fokus auf die Stärken und die Behinderung rückt in den Hintergrund. Menschen mit Behinderung sind ein wichtiger Teil des Theaterstücks und erfahren Wertschätzung, das Selbstbewusstsein steigt.

 

Kultureller Austausch:

Das Projekt bedient mehrere Themen: u.a. Kunst, Wissensaustausch im Bereich der Behindertenpädagogik. Jeder Austausch ist mit einem bunten Rahmenprogramm verbunden. Dadurch wird die jeweilige Gastgruppe auch mit der Kultur des Landes vertraut. So stehen beispielsweise Museumsbesuche und traditionelles Essen auf dem Programm. Die Teilnehmer nehmen neue Eindrücke und Erfahrungen zurück nach Hause und geben sie dort weiter.

 

Ansprechpartner:

Eva Gerstetter

Werkstätten Esslingen-Kirchheim gemeinnützige GmbH
Röntgenstraße 36
73730 Esslingen
Tel.: 0711/930801-14 oder 0151 22392675
E-Mail: eva.gerstetter(at)w-e-k.de