Friedenskapelle und Friedensspiel in Wolgograd

Die deutsche und die russische U18 Jugendnationalmannschaft trafen sich am 8. Mai in Wolgograd zu einem Freundschaftsspiel

Als die Teilnehmer nach der Einweihung der Friedenskapelle am 7. September 2016 auf  ihrer traditionellen Schifffahrt an der am Wolgaufer im Bau befindlichen neuen Arena  vorbei fuhren, hatte der Alt-OB und Ehrenbürger von Wolgograd Juri Starovatykh eine Idee: Am Anfang sollte eine Begegnung zwischen einer deutschen und einer russischen Fußballmannschaft stehen – 75 Jahre nach dem Ende der Stalingrader Schlacht, als Zeichen der Versöhnung, der Freundschaft und des Friedens!

Der Vorsitzende des OstWestWirtschaftsforums Bayern Staatsminister a.D. Eberhard Sinner schlug daraufhin dem Präsidenten des Deutschen Fußballbundes Reinhard Grindel diesen Wunsch bei einer Pressekonferenz am 26. April 2017  in München vor, der ihm sein Einverständnis signalisierte.  Christian Holtz setzte als Landesbeauftragter des OWWF für die Russische Föderation die Bemühungen fort und am 10. Oktober 2017 war es amtlich: Die U18 Mannschaften spielen am 8. Mai in Wolgograd.

Mit eigenen Delegationen waren der deutsche Fußballbund und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge angereist. Die Teilnehmer aus Denkendorf und dem Landkreis Eichstätt bildeten zusammen mit den Mitgliedern des OstWestWirtschaftsforums Bayern ebenfalls eine starke Mannschaft. Am Abend des 8. Mai kamen alle zusammen: Fußballchef Grindel eröffnete zusammen mit seinem russischen Kollegen das Friedensspiel, das äußerst fair verlief und mit einem 3:1 für das deutsche Team endete.

Bereits am Vormittag war eine Abordnung zur Wolgograder Schule Nr. 54 aufgebrochen: Die Berufs- und Fachoberschule Ingolstadt hatte ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit erklärt und schloss mit der langjährigen Denkendorfer Partnerschule Nr. 1240 von Moskau, die wiederum mit der Wolgograder Schule verbunden ist, ein Kooperationsabkommen, das die Möglichkeit für ein Auslandspraktikum der Schüler miteinschließt.

Am 9. Mai findet traditionell eine Militärparade statt und zur zentralen Gedenkstätte mit der 137 m hohen Statue Mutter Heimat auf dem  Mamajahügel zieht es viele Besucher. Am Nachmittag hatte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge alle deutschen Teilnehmer und die Fußballspieler eingeladen. Nach dem Gedenken auf dem russischen und dem deutschen Friedhof und der Blumenniederlegung an der Friedenskapelle waren die großen Würfel mit den Namen der Gefallenen und Vermissten das Ziel vieler Besucher.

Beim Empfang im Gemeinschaftshaus des Volksbundes begrüßte dessen Präsident General a.D. Wolfgang Schneiderhan die weit über hundert Gäste. DFB-Präsident Reinhard Grindel dankte allen Teilnehmern für ihr Engagement. Eine sehr nachdenklich stimmende Rede hielt die stellvertretende Generalsekretärin des russischen Fußballverbandes Ekaterina Fedyshina in deutscher Sprache.

Auch der Abend hielt einen Höhepunkt bereit: Auf Einladung des russischen Fußballverbandes wurden wir Zeugen des Endspiels um den Russlandpokal in der neuen Arena mit 46 tausend Sitzplätzen, das der Verein Tosno des Leningrader Gebiets mit 2:1 gegen die Mannschaft von Avantgarde Kursk für sich entschied. Eine exklusive Führung durch die neue Arena mit dem Bauleiter Sergei Kamin, der auch die Olympia-Sportanlagen in Sotschi gebaut hat, eine stimmungsvolle Schifffahrt auf der Wolga mit Kosakenmusik und Folklore sowie ein bayerischer Ausklang im Restaurant Bamberg, das über eine hervorragende Hausbrauerei verfügt, beendeten die ereignisreichen Tage in Wolgograd, bevor es in aller Herrgottsfrüh wieder nach Hause ging.

Bild 1:  Eröffnung des Fußballspiels im Stadion Zenit von Wolgograd, dem rund 3000 junge Leute beiwohnten!
Bild 2:  Nach der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens in der Schule Nr. 54: v.r.: Direktorin Nadeschda Belibichina, Stellv. Schulleiterin der FOS/BOS Ingolstadt Maria Heller, Christian Holtz, Direktorin der Moskauer Schule 1240 Tatjana Shipkova, Fachlehrer Dr. Markus Liebl, Oberbürgermeister von Rostock Roland Methling, Schulpartnerschaftsbeauftragte Elena Trifonova. Nicht im Bild: Fachlehrer Dr. Christian Däufel, Rektor a.D. Willibald Schels
Bild 3:  OWWF-Präsident Eberhard Sinnerstellt die Sponsorentafel der Friedenskapelle vor, die für den Pavillon auf dem Soldatenfriedhof bestimmt ist und bedankt sich bei den Sponsoren (v.l.) DFB-Präsident Reinhard Grindel, Volksbundpräsident Wolfgang Schneiderhan und Oberbürgermeister Roland Methling. Mit im Bild: Yann Aurel Bisseck, Spielführer der deutschen U18 Mannschaft

Text und Bilder: Christian Holtz