Best-Practice aus den Kommunen in der Corona-Zeit

In den letzten Wochen sind die Menschen erfinderisch geworden, um ihre Städte und Kommunen lebendig zu halten. Die Stiftung „Lebendige Stadt“ hat, vertreten durch Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister von Leipzig, sowie Dr. Eva Lohse, ehemalige Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen, bereits Ende April die Kommunen angeschrieben, um gelungene Projekte oder Vorgehensweisen in Zusammenhang mit Corona bekannt zu machen. Zahlreiche Kommunen sind der Ausschreibung gefolgt und haben mit ihren klugen Projekten und Ideen auf sich aufmerksam gemacht.

Im Newsletter der Stiftung werden einige der gelungenen Projekte vorgestellt:

Kunst und Kultur für zu Hause

Live-Auftritte, kleine Ausstellungen und Musik, all das ist in Fürth, Nürnberg, Erlangen und Landshut schon wieder möglich. Um lokale Künstler zu unterstützen, können Bürger*innen einen Künstler ihrer Wahl engagieren. Die Kultur kommt dann zu ihnen nach Hause – in den Garten, den Hinterhof, an die Fenster und vor die Balkone. Der Gaukler Marc Vogel ist in Fürth stadtbekannt. Damit er und andere freischaffenden Künstler auch in Krisenzeiten auftreten können, gründete er Anfang April das Internetportal www.kultur-vor-dem-fenster.de, über das sich Privatleute ihr eigenes kleines Kulturprogramm buchen können. Auf dem Portal sind inzwischen nicht nur Fürther Künstler aktiv. Auch Musiker, Artisten und Comedians aus Nürnberg, Erlangen und Landshut haben sich hier registriert. Weitere Künstlergruppen aus Augsburg und Weißenburg sollen bald folgen. Der Stiftung „Lebendige Stadt“ sagte Vogel: „Ich sehe hier noch ein unglaubliches Entwicklungspotential – und das nicht nur in den Sommermonaten.“ Auf lange Sicht möchte er ein Portal etablieren, das regionalen Kulturschaffenden Auftrittsmöglichkeiten verschafft und kleinen Bands zu mehr Sichtbarkeit verhilft.

Zur Live-Kultur kommen Sie hier.
 

Glückspost aus Emden

Mit ihrer Solidarinitiative #emdenhilft hält die Seehafenstadt Emden fest zusammen – und lässt die Menschen auch mit ihren Sorgen und Ängsten nicht allein. Es sind nur Kleinigkeiten – selbst gemalte Bilder, Briefe und Bastelleien – mit denen Emder Kinder und Jugendliche Menschen in Pflegeheimen seit ein paar Wochen viel Freude bereiten. Verteilt wird die „Glückspost“, wie sich das Projekt nennt, über #emdenhilft. Dahinter verbirgt sich eine gut organisierte Solidaritätsaktion, die über die Homepage www.emden-hilft.de Helferinnen und Helfer mit Hilfesuchenden verbindet. Insgesamt 617 Menschen haben sich hier bereits eingetragen, um dort zu unterstützen, wo Hilfe notwendig ist. Wer Sorgen hat oder einfach nur Gesprächsbedarf, kann zudem beim #emdenhilft-Sorgentelefon anrufen. Und auch Kinder und Jugendliche bekommen professionelle Hilfe – beim #emdenhilft-Sorgenchat.

Zu #emdenhilft kommen Sie hier.
 

Rollende Forschungslabore

Einst Linienbusse, heute Arztpraxen. Bisher waren die voll ausgestatteten Medibusse der Deutschen Bahn vor allem in ländlichen Regionen unterwegs. Jetzt will das Robert-Koch-Institut die Busse für Corona-Studien durch Deutschland schicken. Die Medibusse der Deutschen Bahn sind wendig, flexibel und perfekt ausgestattet – mit Warteraum, Labor und Behandlungszimmer. Kein Wunder also, dass das Robert-Koch-Institut nun vier der Busse zu Forschungszwecken durch die Städte und Kommunen schicken möchte. Dabei wollen die Forscher u.a. herausfinden, wie hoch die Dunkelziffer bei Corona-Infektionen ist. Auftakt der Forschungsreise war Kupferzell in Baden-Württemberg, bis Herbst werden die Busse dann bundesweit unterwegs sein. Bisher wurden die rollenden Arztpraxen, die die Deutsche Bahn zusammen mit dem Technologieunternehmen Cisco ausgestattet hat, vor allem in ländlichen Regionen eingesetzt.

Zum Medibus kommen Sie hier.
 

#Tapetenwechsel - kein Kind muss zu Hause lernen

Damit Kinder und Jugendliche in Arnsberg wieder gemeinsam und außerhalb der eigenen vier Wände lernen können, möchte ihnen die Stadt gut erreichbare Lernlabore einrichten. Manchmal braucht es einfach einen Tapetenwechsel, damit Lernen wieder Spaß macht. Daher will die Stadt Arnsberg für Kinder und Jugendliche beispielsweise in leer stehenden Schützenvereinen WLAN-gestützte Lernlabore einrichten. Die neuen Lernorte sollen es den Schüler*innen ermöglichen, ihre Freunde zu treffen, das WLAN zu nutzen oder einfach in Ruhe zu lernen, wenn es zu Hause mal wieder zu laut sein sollte. Eine App soll die Schüler und Jugendlichen über freie Räumlichkeiten informieren. In Zeiten des Homeschoolings will die Stadt mit dem Projekt #Tapetenwechsel natürlich auch Eltern und Lehrer entlasten – und hofft, dass sich die neuen Lernorte auch langfristig positiv auf die ungleichen Lernbedingungen der Kinder und Jugendlichen auswirken.

Zu den Lernlaboren kommen Sie hier.
 

Wien verteilt Gastro-Gutscheine

Rund 950.000 Wiener Haushalte bekommen in nächster Zeit Post – und können sich freuen. Denn damit erhalten sie Gastronomie-Gutscheine im Wert von 25 und 50 Euro. Mit Geld allein ist der Gastronomie in Wien nicht geholfen. Für eine lebendige Gastro-Szene braucht es nämlich vor allem Gäste. Damit sich diese nach dem Lockdown schnell wieder in den Cafés und Restaurants der Stadt einfinden, hat sich Wiens Bürgermeister etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Er beschenkt rund 950.000 Haushalte mit Gutscheinen, d.h. 25 Euro für Einpersonenhaushalte und 50 Euro für Haushalte mit mehreren Personen. Diese können die Wiener bis September einlösen.

Mehr Infos zu den Gastro-Gutscheinen finden Sie hier.

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Unter www.lebendige-stadt.de/corona können Sie außerdem zahlreiche weitere Einsendungen finden.

Die Stiftung „Lebendige Stadt“ freut sich auf Ihre Projekte und kluge Ideen, die Sie unter info(at)lebendige-stadt.de einschicken können.

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© Text: Stiftung "Lebendige Stadt"
© Fotos: Stiftung "Lebendige Stadt" und Pixabay