Praktikum beim FC Schalke 04

In Vorbereitung auf die Fußball-WM 2018 in Russland hat die Gesellschaft für Deutsch-Russische Begegnungen e.V. Essen im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Essen und Nischni Nowgorod ein vierwöchiges Praktikum beim FC Schalke 04 für einen Studenten der Linguistischen Universität Nischni Nowgorod organisiert.

Nach seiner Rückkehr sprach Alexander Kokorin in einem Interview über sein Praktikum in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Fußballclubs "FC Schalke 04“

Interview führte A. Schestopal

Lieber Alexander, stell uns doch bitte einmal den Fußballverein vor, in dem du dein Praktikum absolviert hast.
- Schalke O4 ist der Verein der Stadt Gelsenkirchen im Ruhrgebiet. Seit 2004 wird er von Gazprom gesponsert. Und ja, Schalke ist ein sehr professioneller Verein. Der Verein spielt in der 1. Bundesliga und ist momentan Tabellenzweiter. Die stärkste Rivalität besteht zu Borussia Dortmund. Die Fans aus dem Ruhrgebiet nennen es „Ruhrr-Derby“, wenn die Mannschaften aufeinandertreffen.

Wie bist du dazu gekommen, bei so einem erfolgreichen Verein zu arbeiten?
- Das Praktikum hat die Gesellschaft für Deutsch-Russische Begegnung Essen e.V. organisiert. Professorin Barbara Lachhain, Vorsitzende der Gesellschaft, machte den Vorschlag,  nachdem ihr Sohn Jan die Idee dazu hatte. Die Stadtverwaltung reagierte mit großem Interesse auf den Vorschlag. Für mich war das Praktikum eine tolle Möglichkeit, mich zu beweisen und etwas Neues ausprobieren. Davor war ich noch nie in Deutschland oder Europa, das war eine sehr interessante Erfahrung für mich.

Wie lange hast du bei Schalke 04 gearbeitet? Und was waren deine Aufgaben?
- Ich war Praktikant vom 2. bis zum 30 Oktober im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. Zu meinen Aufgaben gehörten die Vorbereitung von Glückwünschen für die Fans des Clubs oder Kondolenzschreiben. Ich habe Briefe beantwortet und nach den Spielen mit den Fotografen zusammengearbeitet, um die geschossen Fotos nach Spielern und Mannschaften zu ordnen. Ich habe den Spielern beim Trainieren zugeschaut und gelernt, wie man Spieler für das Fernsehen oder die Zeitung interviewt. Außerdem war ich auf den Konferenzen, die am Tag vor dem Spiel stattfinden.

Konntest du auch selber ein Spiel von Schalke anschauen?
- Ja, ich war auf einem Heimspiel gegen Mainz 05. Ich saß ganz oben in der Veltins-Arena.

Wie ist die Atmosphäre während eines solchen Spiels?
- Unglaublich! Die Fans stehen das ganze Spiel über und singen ihre Fangesänge, unterstützen ihre Mannschaft ununterbrochen. Und plötzlich wirst du auch angesteckt, und freust und leidest  mit den Spielern und den anderen Fans. Generell gibt es viele Fußballbegeisterte in Gelsenkirchen, das gehört für sie zum Leben dazu.

Und wie reagieren die Spieler darauf?
- Nach Möglichkeit bleiben sie nach dem Spiel in Arena, um Autogramme zu geben, oder sich mit den Fans zu unterhalten. Die Spieler schauen nicht von oben herab, sie fühlen sich mit den Fans als Teil einer großen Familie.

Hast du dich auch als Mitglied dieser Familie gefühlt? Wie stehst du denn generell zum Fußball?
- Mein Interesse am Fußball ist natürlich deutlich gewachsen, aber ich bin kein fanatischer Anhänger, davon bin ich noch weit entfernt. Ich blicke auf die Fußball-Szene mit großem Respekt.

Deine Arbeit war in Gelsenkirchen. Hast du auch die Partnerstadt Essen besucht?
- Ja, die Entfernung zwischen den Städten ist sehr gering, Man merkt gar nicht, dass man schon aus Gelsenkirchen heraus und in Essen ist. Essen selber ist eine sehr interessante Stadt – und sehr bunt! Die Menschen sind offen und immer bereit zu helfen.

Essen wird auch als „Grüne Hauptstadt Europas“ bezeichnet – kannst du das bestätigen?
- Ja, vor allem im Öffentlichen Verkehr. Die Busse sind sehr modern. Im Stadtzentrum gilt eine Begrenzung für Fahrzeuge: nur Fahrzeuge mit einer bestimmten Umwelt-Plakette dürfen hinein. Außerdem gibt es viel Grün – nicht nur in Essen, sondern im gesamten Ruhrgebiet. Besonders gefallen hat mir der riesige Grugapark. Es gibt dort sehr viele Radfahrer, die die gute Infrastruktur zu schätzen wissen. Ich selber bin auch sehr gern mit dem Fahrrad durch die Stadt gefahren, entlang der Wege gibt es viele Bäume und Blumen, einfach wunderschön!

 

Quelle: Deutsch-Russische Begegnungen Essen e.V.
Bild: Deutsch-Russische Begegnungen Essen e.V.
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